Fundstücke KW 33

Was (zur Hölle!) sind æstel? Glücklicherweise das Thema des aktuellen Beitrags von Christoph Gwisdeck auf kurz!-Geschichte!

Hakenkreuze everywhere! In den Fundstücken der vergangenen Woche hatte ich einen Artikel auf Spiegel Online verlinkt, in dem Museumsdirektor Karl Banghard vom AFM Oerlinghausen vor der rechtsextremen Unterwanderung gewisser (frühmittelalterlicher/wikingerzeitlicher) living history-Veranstaltungen warnte. Wie zu erwarten (weil bei solchen Themen immer der Fall!), sorgten seine Aussagen und Schlussfolgerungen für z.T. heftige Diskussionen in Kommentaren und sozialen Medien. Kernfrage: Ist der Anteil rechtsextremer Symbole bei Veranstaltungen wie dem Wikingerfest in Wolin/PL tatsächlich besonders hoch oder spiegeln sie „nur“ den durchschnittlichen Anteil rechts eingestellter Bevölkerungsteile wider?
Als Diskussionsbeitrag veröffentlichte das AFM Oerlinghausen nun im Blog eine Reihe von Fotos aus Wolin. Mein persönliches, etwas schockiertes Fazit: Mehr rechte Symbole findet man vermutlich nicht einmal bei US-Nazi-Aufmärschen! Und nein, das gilt NICHT NUR für Besucher, sondern auch für Darsteller!

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Fundstücke KW 30

Die Wetterauer Zeitung porträtiert den Archäologen Sascha Piffko, der Hessens größte Grabungsfirma gründete und entgegen dem Branchentrand mit Fest- statt mit Werkverträgen Erfolge und Gewinne erzielt.

Am Neudegger Hausberg suchen Archäologen nach einem untergegangenen Adelssitz. Die ersten Funde – u.a ein steingefasster Ofen, ein Lanzenschuh und Keramik – sind viel verprechend, meldet meinbezirk.at.

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Fundstücke KW 12

„Das Archäologische Museum Hamburg hat die Geschichte der Hammaburg und die Anfänge der Hansestadt gründlich erforscht und neu bewertet. Die spannenden Forschungsergebnisse sollen künftig vor Ort im Herzen der Stadt erlebbar gemacht werden. Zusammen mit der HCU Hamburg beschreiten wir neue Wege des kulturellen Storytellings und testen aus, wie Archäologie und Geschichte digital und smart Besucher und Passanten faszinieren können“.

Das sagt Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg (AMH), über ein neues Kooperationsprojekt seines Museums mit der HafenCity Universität (HCU) und weiteren Partnern zur „Wiederbelebung“ des Domplatzes, des Standorts der frühmittelalterlichen Hammaborg, wie im Blog des AMH zu lesen ist. Weiterlesen

Fundstücke KW 9

„Zwei Jahre wissenschaftliche Arbeit auf Hartz-IV-Niveau, ohne Krankenversicherung oder Beiträge in der Rentenkasse.“

Ein solch eigentlich skandalöses Stellenangebot wie das der Landesarchäologie Hessen ist leider für unzählige Kultur-, Geistes- oder Gesellschaftswissenschaftler in Deutschland traurige Realität. Und von einer Befristung auf zwei Jahre können viele wissenschaftliche Hilfskräfte und manche Akademiker des Mittelbaus sogar nur träumen … Der Spiegel schreibt über die alltägliche Ausbeutung von Doktoranden. Die DGUF kritisiert die Stellenausschreibung der Landesarchäologie Hessen.
(Siehe auch die Beiträge in den Fundstücken KW 7-8.)

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Fundstücke KW 7-8

[Dank eines wirklich fiesen Virusinfekts heute die extradicke Zwei-Wochen-Ausgabe …]

Das Schweizer Fernsehen sucht für eine Art historische Doku-Soap namens „Leben wie vor 500 Jahren“ Bauern und Pilger, die einige Zeit unter Beobachtung auf einer Burg leben wollen.

Das Max Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte untersucht, mit welchen Medien die spanische Krone ihre Herrschaft in Südamerika zu festigen versuchte. Weiterlesen

Fundstücke KW 42

Noch einmal #Hastings950: Bericht mit Video über die Nachstellung der Schlacht von Hastings am 14. Oktober 1066 im schweizer Tagesanzeiger.

Schlagzeilen aus der Regensburger Museumsszene sind in letzter Zeit eher negativ: Nach Streitigkeiten um die Ausschreibung einer Stelle als Museumsdirektor/in stellt sich nun ein angeblicher Sensationsfund, ein bislang unbekanntes Werk von Albrecht Dürer, als sensationeller Unfug heraus, wie die Süddeutsche vermeldet.

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Fundstücke KW 38

Forschung, die durch öffentliche Mittel, also Steuergelder finanziert wurde, sollte der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung stehen: Was sich anhört wie eine Selbstverständlichkeit, ist in Wahrheit eine ganz tolle, innovative neue Kampagne von Wissenschaftsministerin Wanka, über die Der Spiegel schreibt.

Die Heilbronner Stimme beklagt den Umgang der Stadt mit ihrem historischen Kulturgut, in konkreten Fall mit der heilenden Quelle, die der Stadt einst ihren Namen verlieh. Weiterlesen

Fundstücke KW 22

Ein Interview mit der Archäologin Ursula Quatember auf nachrichten.at.

Ein Blogbeitrag über den Historikertag und sein Motto „Glaubensfragen“.

Was ist, was kann, was soll „Open History“? Ein Diskussionsbeitrag beim histocamp.

Was sind, was können, was sollen „Digital Humanities“? Definitionsfragen und Praxisbeispiele aus der Geschichtswissenschaft im Blog des DHIP.

Dass der Interimsleiter des AFM Oerlinghausen Roeland Paaredekooper nicht nur das Museum einen riesigen Schritt nach vorne gebracht hat, sondern auch bei Geschichtsdarstellern für Begeisterung sorgte, dankten diese ihm mit einem Flashmob, über den die NW berichtet.

Im Blog curiositas dreht sich der aktuelle Beitrag um Heinrich den Löwen.

Die „Draken Harald Hårfagre“, ein norwegischer Nachbau eines WIkingerschiffes, hat erfolgreich den Atlantik überquert und Neufundland erreicht, worüber derstandard.at berichtet.

Hans-Peter Pökel und Torsten Wollina schreiben im TraFo-Blog über Sinn und Unsinn eines „islamischen“ Mittelalters.

kurz!-Geschichte widmet sich dem Elefanten Abu Abaz.

Im französischen Montcornelles soll eine Stadt des 14. Jahrhunderts errichtet werden. Die Website ist leider nur auf Französisch verfügbar, die Visualisierung des Projekts ist immerhin schon ganz hübsch anzusehen (s.u.). Bleibt zu hoffen, dass man im Jura bei der Umsetzung mit mehr Sachverstand zu Werke gehen wird als am Bodensee …

Digitale Visualisierung des Projekts Montcornelles.

Digitale Visualisierung des Projekts Montcornelles.

Fundstücke KW 20

Anschaulich und in einfachen Worten erklärt der US-Historiker Robert Bateman auf 20min.ch die Geschichte der Schweizer Garde.

Was können geisteswissenschaftliche Dozenten von der US-Fantasy-Serie Game of Thrones lernen? Nein, keine Tricks und Kniffe historischer Kampfkünste, sondern Erzählstrategien, schreibt Stephan Porombka auf Zeit Campus.

Das Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt hat einen wertvollen Bildteppich von 1527 erworben.

Die fremdenfeindliche, rechtpopulistische und auch sonst nicht für intellektuelle Leistungen bekannte Schweizerische Volkspartei (SVP) hat 2015 den Schweizerischen Bundesrat aufgefordert, „Massnahmen zu ergreifen, damit es künftig weniger «Psychologen, Ethnologen, Soziologen, Historiker, Kultur- und Kunstwissenschafter und dergleichen» gebe. Die Absolventen dieser Studiengänge seien in der Wirtschaft nicht zu gebrauchen und müssten in staatlichen Institutionen durchgefüttert werden.“ (Zitiert nach http://archaeologik.blogspot.de/2016/05/geisteswissenschftler-sind-nicht-zu.html)
Dagegen geht die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) nun in die Initivative, um aufzuzeigen, wie und wo Geistes- und Kulturwissenschaftler sich überall „nützlich“ machen, berichtet die NZZ.

„Mit Hightech auf den Spuren der Kelten“ heißt die neue Ausstellung im Alamannenmuseum Ellwangen, die zeigt, wie modernste Technologie dabei hilft, Erkenntnisse über die Vergangenheit zu gewinnen.
Darüber berichten u.a. die Südwest-Presse und die Schwäbische Post.

Das Stadtarchiv Memmingen bietet auf seiner Website einige interessante Dossiers inklusive Verweisen zu den Originalquellen in digitaler Form, Downloads etc. Z.B. „Quellen zur Geschichte des „Hailtums“ in der mittelalterlichen Reichsstadt Memmingen“ anlässlich des 800. Jahrestags eines angeblichen „Hostienfrevels“.

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Acta Periodica Duellatorum“ ist online und steht zum Download bereit.

Fundstücke KW 15

Jürgen Sarnowsky auf mittelalter.hypotheses.org: „Was sind und zu welchem Ende studiert man Geisteswissenschaften?

Der Deutschlandfunk ist der Meinung, die Geschichtswissenschaft entdecke gerade die „schriftlose Geschichte“. Das tut sie zwar schon seit 30 oder 40 Jahren, aber der Beitrag ist trotzdem nicht uninteressant.

„Wenn Braveheart sein Netzwerk aktiviert“ – derstandard.at über eine Tagung zur Erforschung sozialer Netzwerke im Mittelalter.

Sie haben in den vergangenen zwei Jahren eine „hervorragende mediävistische Dissertation von interdisziplinärer Bedeutung“ verfasst? Dann bewerben Sie sich doch für den (mit immerhin € 2.000,- dotierten) Nachwuchspreis des Mediävistenverbandes.

Die Süddeutsche berichtet über die Eröffnung der dreiteiligen Ausstellung „Bilderwelten. Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit“ in der Bayerischen Staatsbibliothek – ohne eine einzige Abbildung im Artikel! Auch irgendwie eine Leistung …

Nach längerer Pause meldet sich Daniel Ossenkop auf dasmittelalterderblog.com mit einem Beitrag über Wappen in der Bildwelt des Mittelalters zurück.

Wikinger sind offenkundig nicht das Spezialgebiet der Archäologin Angelika Franz. Dennoch enthält ihr Beitrag auf Spiegel Online auch einige interessante neue Informationen.

Am Freitag hielt ich einen Vortrag über Herstellung, Einsatz und Wirkung von Brandpfeilen in der europäischen Geschichte.* Dazu passend das Video der Woche von Nick Birmingham / der Free Company of Aquitaine:

*Interessiert? Nur eines von zahlreichen möglichen Vortragsthemen. Weitere Infos hier, Anfragen willkommen!