Fundstücke KW 49

Was sagt ein arbeitsloser Geisteswissenschaftler zu einem abhängig beschäftigten Kollegen? „Einmal Pommes rot-weiß, bitte!“
Oder auch: „Der wichtigste Schein im Studium ist der Taxischein“ – Vorurteile und Klischees über Geisteswissenschaftler oder berufliche Realität? Faktencheck im UniSpiegel.

Dazu passend: Vier von fünf Nachwuchswissenschaftlern wollen dem akademischen System den Rücken kehren (und wer könnt’s ihnen verdenken?), schreibt Die Zeit.

Daniel Ossenkop hat sich in dieser Woche mit den frühmittelalterlichen Quellen J.R.R. Tolkiens befasst.

Hiltibold rezensiert eine neue Biographie über William Marshall, auf mittelalter.hypotheses.org gibt es den Rezensionsüberblick November.

Bilanz der Ausgrabungen auf der Holsterburg bei Warburg auf archaeologie-online.de.

In eigener Sache: Mit dem Beitrag zum Dezember ist nun die Reihe Mittelalterlicher Jahreslauf in diesem Blog zu Ende gegangen.

Video der Woche: Rekonstruktion einer Armbrust mit Horn-Kompositbogen durch Andreas Bichler von Historia Vivens 1300:

 

Fundstücke KW 42

In einem Fluss in England sind vermutlich die Überreste eines Schiffs aus der Flotte Henrys V. gefunden worden. Hier geht es zur Meldung auf derstandard.at, hier zur originalen Mitteilung von Historic England.

Und noch zwei Meldungen zur Archäologie von derstandard.at: Bei Hannover wurde ein römisches Marschlager entdeckt.
Die bei den Bauarbeiten zu Stuttgart 21 gemachten Funde konnten inzwischen in die Bronzezeit datiert werden
.

Im AFM Oerlinghausen wurden auf frühmittelalterliche Weise Garne und Tuche gefärbt, die NW berichtet.

A propos FrühMi: Was passiert eigentlich derweil auf dem „Campus Galli“? Hiltibold fasst den dortigen Stillstand und Pfusch der vergangenen Monate zusammen.

Daniel Ossenkop schrieb diese Woche über die soziale Stellung der Frau im Mittelalter – kein einfaches Thema, denn natürlich gab es weder DAS Mittelalter, noch DIE Frau oder DIE soziale Stellung.

Das Konzept "Gleichberechtigung" wäre den Menschen im Mittelalter unsinnig und widernatürlich erschienen.

Das Konzept "Gleichberechtigung" wäre den Menschen im Mittelalter unsinnig und widernatürlich erschienen.

Archäologisches Freilichtlabor Lauresham, Lorsch

Nach einem zweimonatigen Probebetrieb 2014 ist das Archäologische Freilichtlabor Lauresham nun in seine erste richtige Saison gestartet, und noch holpert der Betrieb ein wenig: Der geplante Parkplatz kann wohl zumindest bis auf Weiteres nicht gebaut werden, der direkte Zufahrtsweg wurde ausgerechnet zur Ferienzeit neu befestigt und war daher gesperrt, die Ausweichstrecke hätte besser ausgeschildert sein können.
Hat man das Areal dann glücklich erreicht, findet man sich in einer Art riesigem Gewächshaus wieder, das statt Beeten und Pflanzen große Quader aus Tischlerplatten enthält – Seminar-, Personal- und Verwaltungsräume. Einige Bilder an den Wänden, ein paar Topfpflanzen könnten dazu beitragen, die äußerst sterile Atmosphäre aufzulockern. Aber das ist sicherlich bereits in Planung, und auch der Getränkeautomat ist inzwischen wahrscheinlich mit Ware gefüllt …

Haus der servi non casati. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Rückseite des Herrenhauses, Frauenarbeitshaus und Haus der servi non casati. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Das Freilichtlabor selbst ist nur im Rahmen einer ca. 90-minütigen Führung zu besichtigen, für die pro Person € 7,- zu entrichten sind. Eingefasst von einer Palisadenwand, besteht das Kernareal, der karolingische Herrenhof, aus acht Gebäuden unterschiedlicher Funktion. Es handelt sich um eine idealtypische (Re-)Konstruktion, die nicht auf einem konkreten Befund, sondern auf einer Vielzahl archäologischer Erkenntnisse und Hinweise in frühmittelalterlichen Quellen beruhen.
Da Ausgrabungen einigermaßen gesicherte Aussagen lediglich zu Fundamentierung und Grundriss vergangener Gebäude ermöglichen, ist ein großer Teil des Aufbaus notwendigerweise spekulativ. Das gilt umso mehr für Ausstattung, Inneneinrichtung, Funktionsbestandteile wie Türriegel oder Fensterläden, Dachkonstruktion etc. Mit diesen Unsicherheiten wurde zumindest in unserer Führung sehr offen und ehrlich umgegangen, ebenso mit der Tatsache, das längst nicht alle verwendeten Bauteile auf frühmittelalterliche Weise hergestellt wurden. Ein großer Teil der vielen tausend hölzernen Dachschindeln etwa wurde nicht von Hand aus Stammabschnitten gespalten, sondern maschinell gesägt. Nun gut, anders lassen sie die benötigten Mengen (geschätzt ca. 20-25.000 Stück pro Dach) heute ohne dienstpflichtige Hörige wahrscheinlich kaum in einem akzeptablen Budget und Zeitrahmen herstellen, aber ein wenig schade ist es natürlich dennoch.

Gewichtswebstühle im Frauenarbeitshaus. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Gewichtswebstühle im Frauenarbeitshaus. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Auch bei der Ausstattung der Gebäude mit Funktionsmodellen und Gebrauchsobjekten stieß man wiederholt auf unerwartete Probleme. So sind etwa die Gewichtswebstühle in einem zu steilen Winkel errichtet, wodurch die Fächer sehr schmal werden und das Einfädeln des Schussfadens erschweren. Der Lehmbackofen musste mit einem (m.W. nicht belegten) Rauchabzug versehen werden, da er das kleine Backhaus andernfalls in eine Räucherkammer verwandelte.
Einige dieser Schwierigkeiten hätten ohne Frage vermieden werden können, wennn man sich die Erfahrungen anderer Freilichtmuseen und living history-Projekte oder -Darsteller bei der Konzeption zunutze gemacht hätte. Andererseits bieten sie allerdings auch Erkenntnisse über die Alltagsprobleme, mit denen Menschen in früheren Zeiten konfrontiert waren, die dann zu Lösungen in den heute aus der Archäologie sowie aus Bildquellen bekannten Formen geführt haben.

Der karolingische Herrenhof Lauresham. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Der karolingische Herrenhof Lauresham. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Insgesamt jedoch macht der Hof einen sehr stimmigen Eindruck. Das Herrenhaus ist von mehreren Funktions- und Wohngebäuden umgeben: Ein Grubenhaus als Gynäceum oder Frauenarbeitshaus zur Textilverarbeitung, Pfostenbauten der servi non casati sowie für Frauen und Kinder, das Haus des Clericus sowie eine kleine Kapelle aus Stein und das erwähnte Backhaus. Brunnen und Gemüsegarten befinden sich ebenfalls innerhalb der Palisade, die von weiteren Nutzflächen und Gebäuden umgeben ist. Kelter, Färbehaus und Schmiede wären wohl auch im Frühmittelalter aufgrund der Brandgefahr und Geruchsbelästigung lieber in gewisser Entfernung zum Wohnbereich platziert gewesen.
Dem geplanten frühmittelalterlichen Feldbau machte in dieser ersten Saison neben Schwierigkeiten mit dem Ochsengespann vor allem das heiße Wetter einen Strich durch die Rechnung.
Einrichtungen wie Heuberge, Schafsunterstand, Ställe für die Düppeler Weideschweine und Kelter runden das landwirtschaftliche Ensemble ab.

Altarnische in der Kapelle. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Altarnische in der Kapelle. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Das einzige Steingebäude, die kleine schlichte Kapelle, strahlt eine ganz besondere, meditative Atmosphäre aus. In unmittelbarer Nähe findet sich das Häuschen des zugehörigen Clericus, das teilweise mit Requisiten des Films „Die Päpstin“ ausgestattet wurde. Darunter finden sich Schreibmaterialien, eine wunderbare Reproduktion einer zeitgenössischen Handschrift auf Pergament, aber leider auch ein anachronistischer Wandschrank.
Der größte Teil des Mobiliars im Herrenhaus wurde vom Regensburger Tischlermeister und Restaurator Stephan Mühlbauer, auch bekannt als „Der Kistler„, nach historischen Vorbildern angefertigt.

Innenraum des Herrenhauses. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Innenraum des Herrenhauses. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

All die Wohngebäude und Werkstätten schreien geradezu nach Belebung durch engagierte Frühmittelaltergruppen. Solche Gelegenheiten sind bislang noch etwas rar, dürften jedoch in Zukunft häufiger werden, wenn sich das Freilichtlabor erst einmal etabliert hat. Ohne Darsteller wirkt die gesamte Anlage ein wenig wie eine verlassene Kulisse, und man wünscht sich, Menschen auf den Feldern, in der Schmiede, an den Webstühlen oder im Färbe- und Backhaus bei der Arbeit beobachten zu können.

Schreib-/Lesepult im Haus des Clericus. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Schreib-/Lesepult im Haus des Clericus. Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Doch dafür wäre die Zeit vermutlich ohnehin zu knapp, denn die für die Führungen angesetzten 1,5 Stunden reichen kaum aus, um all die baulichen und ausstatterischen Details gebührend zu würdigen. Ein Besuch in Lauresham lohnt sich jedoch allemal, denn das Areal vermittelt einen schönen Eindruck von der zum Teil zwar primitiven, aber in ihrer pragmatischen Schlichtheit auch beeindruckenden Anlage eines karolingischen Herrenguts. So oder so ähnlich könnte das – von wenigen anachronistischen Details abgesehen – tatsächlich ausgesehen und funktioniert haben.
Als Veranstaltungsort, aber auch als Schauplatz archäologischer Experimente, lebendiger Geschichte und historischer Bildung hat das Freilichtlabor großes Potential – es bleibt zu hoffen, dass die Erwartungen erfüllt werden können, dass nicht eines Tages ökonomische Not dem Bildungs- und Forschungsanspruch den garaus macht und nur ein weiteres auf ewig am Tropf öffentlicher Fördergelder siechendes pseudo-historisches Disneyland übrig bleibt. Immerhin: Bislang scheint man in Lorsch auf dem richtigen Weg, setzt auf Qualität und langsame, bedachte Entwicklung statt kurzfristige Spektakel. Und ich bin sicher, spätestens zur nächsten Saison werden auch Zufahrt und Parkplätze zur Nutzung bereit stehen …

Die Kochstelle wartet darauf, von living history-Gruppen benutzt zu werden! Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Die Kochstelle wartet darauf, von living history-Gruppen benutzt zu werden! Foto (c) HistoFakt/Jan H. Sachers M.A.

Das Archäologische Freilichtlabor Lauresham ist von Ostern bis 31. Oktober dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Etwa einmal im Monat findet ein Themenwochenende statt. Für Schulklassen und andere Kindergruppen können besondere Aktionen gebucht werden.
Das Freilichtmuseum ist Teil des Welterbe Areals Kloster Lorsch, das noch weitere attraktive Ausflugsziele bietet. Weitere Informationen auf www.kloster-lorsch.de.

Auf tribur.de findet sich ein Bericht von einer Belebung des Museums im September 2014.

Während der Winterpause wurden verschiedene Experimente durchgeführt, um Wohn- und Lebensbedingungen des Frühmittelalters zu erforschen.

 

Lebendige Mittelalter-Darstellungen: Ein Überblick

Living history, Re-Enactment oder lebendige Geschichtsdarstellung (zur Definition dieser und weiterer Begriffe siehe meinen Beitrag vom 25. Juli 2012) können als überaus nützliche Verfahren zur Vermittlung von Wissen über die Vergangenheit dienen. Trotz anfänglicher Widerstände und vielerorts noch immer anhaltender Skepsis bei Museen, Ausstellungsmachern, akademischen Historikern und anderen „Geschichts-Profis“ setzt sich diese Erkenntnis heute immer mehr durch, und entsprechende Angebote bereichern zunehmend Museums-, Stadt- oder Burgfeste, historische Themenausstellungen oder deren Begleitprogramme. Ein Beispiel der jüngsten Zeit, das auch in den Medien großen Widerhall fand, waren z.B. die Jubiläumsveranstaltungen zum Konzil von Konstanz mit Beteiligung der Company of St. George.

Im Idealfall tragen solche Kooperationen dazu bei, mögliche Berührungsängste des Publikums mit historischen Themen abzubauen, indem sie einen spontanen, lebensweltlichen, individuellen Zugang ermöglichen. Anders als bei Literatur, Film und Fernsehen oder auch im Internet haben interessierte Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen und individuelle Antworten zu erhalten. Im Mittelpunkt steht die historische Lebenswirklichkeit, die zur eigenen in Bezug gesetzt werden kann. Die Wahrnehmung erfolgt mit allen Sinnen: Werkzeuge lassen sich ausprobieren, Kleider befühlen, Rauch und Essensdüfte stimulieren die Nase, auf offenem Feuer zubereitete Gerichte lassen sich probieren etc.

Speisetafel. (c) IG MiM

Speisetafel. (c) IG MiM

Auch Fernsehmacher haben die living history-Szene längst für sich entdeckt. Kaum eine historische TV-Dokumentation kommt heute noch ohne entsprechende Spielszenen aus. Doch leider mangelt es bei den zuständigen Redaktionen leider noch immer an Hintergrundwissen und Sensibilität für das Thema – Ritter in Plattenrüstungen haben eben in einem Beitrag über die Kreuzzüge nichts verloren.
Zu diesem Problem trägt auch die Tatsache bei, dass es „Laien“ ohne Vorkenntnisse oft schwerfällt, zwischen ernsthafter Geschichtsdarstellung und dem weit verbreiteten und beliebten „Markt-“ oder „Grobmittelalter“ zu unterscheiden. Gute Geschichtsdarstellung beruht stets auf jahrelanger intensiver Recherche, dem Studium der Quellen und der verfügbaren Forschungsliteratur sowie auf eigenen Experimenten und Erfahrungen, und sie beschränkt sich in der Regel auf einen sehr eng gesteckten zeitlichen und geographischen Rahmen.

Die folgende Liste stellt einige Gruppen vorwiegend des Hoch- und Spätmittelalters vor, die diese Kriterien seit vielen Jahren erfüllen und Maßstäbe für die Qualität der Mittelalterdarstellung im deutschsprachigen Raum setzen. Sie stellt eine persönliche Auswahl dar, bietet aber vielleicht Orientierung für Veranstalter, Fernsehmacher oder Aspiranten, die selbst in die Materie einsteigen möchten.
Die Reihenfolge stellt wohlgemerkt keine Rangfolge dar!

Interessengemeinschaft Mensch im Mittelalter (IG MiM)

Aus der Selbstbeschreibung:

„Die Darsteller von mim verkörpern einen Haushalt aus Mühlheim sowie Bürgertum und Einwohner der Orte und Städte in der Bieger Mark um das Jahr 1340. Wir stellen neben dem zivilen Leben, Handwerk und Kultur auch eine Reihe von alltäglichen Dingen dar. Das Vor- und Zubereiten von Speisen nach mittelalterlichen Überlieferungen und Rezepten, das Beisammensein an der Tafel und das Darstellen von handwerklichen Techniken gehört ebenso zu unserem „Programm“ wie die Erläuterungen zu unseren Darstellungen.“

Logo der IG MiM (c) IG MiM

Logo der IG MiM (c) IG MiM

Die Gruppe umfasst eine große Zahl von Mitgliedern, die Rollen unterschiedlicher sozialer Schichten verkörpern, so dass ein sehr vielfältiges Bild der Gesellschaft im 14. Jahrhundert entsteht. Die IG ist immer wieder auf ausgewählten, hochwertigen Veranstaltungen zu finden und beeindruckt mit ihrer umfangreichen, quellengetreuen Ausstattung.

http://www.ig-mim.de/

Die Reisecen e.V.

Eine Gruppe aus Schwaben, nach eigener Aussage mit dem Ziel,

„eine möglichst hochwertige Darstellung nach historischen Vorlagen zu zeigen. Die Gewänder werden von uns von Hand genäht, die Zuschnitte dafür aus Originalquellen recherchiert und farbige Stoffe durchweg pflanzengefärbt, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch die hochmittelalterliche Gesellschaftsstruktur wird berücksichtigt. So besteht unsere Gruppe aus einem Herrn (ministerialer Dienstadel/niederer Adel), seiner Familie und einer inzwischen recht großen zugehörigen Hofgemeinschaft (familia) an Handwerkern, Knechten, Mägden und Kindern.“

Der dargestellte Zeitraum ist um 1220-1250 zu verorten. Von der Modenschau über kochen, nähen, waschen, Ackerbau, Holz- und anderes Handwerk bis zur Feldschlacht gibt es vermutlich nichts, das „Die Reisecen“ nicht originalgetreu darstellen können. Die Ausstattung reicht von der einfachen Nähnadel bis zum schweren Belagerungsgerät.

http://www.die-reisecen.de/

Interessengemeinschaft 14. Jahrhundert in Wien

(c) IG14

(c) IG14

„Die Interessengemeinschaft „14. Jahrhundert in Wien“ ist ein loser Verband von Living History Darstellern aus Wien und Umgebung, deren Darstellungsschwerpunkt auf dem Alltagsleben der einfachen Bürger und Handwerker Wiens in vorwiegend 1.Hälfte des 14. Jahrhundert liegt.“

Die vergleichsweise wenigen Mitglieder der „IG14“ sind in der Lage, eine beeindruckende Vielzahl mittelalterlicher Handwerkstechniken darzustellen und zu erläutern. Werkzeuge werden ebenso wie Kleidung und andere Alltagsgegenstände nach Quellen möglichste originalgetreu hergestellt.

http://ig14.at/

Wienische Hantwercliute 1350

„Der im Frühjahr 2011 gegründete Verein „Wienische Hantwërcliute 1350“ legt sein Hauptaugenmerk auf die Vermittlung und Repräsentation von mittelalterlicher Lebens- und Handwerkskultur. Unser Schwerpunkt liegt auf einer regionalen Darstellung Wiener Handwerker und Bürger um 1350, just nach dem Abklingen der ersten großen Pestwelle in Mitteleuropa, einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels und aufstrebendem Bürgertum im Kampf um Einfluss in der mittelalterlichen Stadt.“

Der Verein besteht aus drei Personen, die auch in der „IG14“ aktiv sind. Wie der Name schon andeutet, steht die Darstellung mittelalterlichen Handwerks – Holz, Keramik, Secco-Malerei und mehr – im Mittelpunkt.

http://wh1350.at/

Neues aus der Gotik

Messer und Scheide von Niklas Hofbauer. (c) Niklas Hofbauer

Messer und Scheide von Niklas Hofbauer. (c) Niklas Hofbauer

„Neues aus der Gotik“ ist der Blog von Niklas Hofbauer und seiner Frau Sophia, die auch in der „IG14“ aktiv sind. Sie stellen österreichische Handwerksleute um 1340 dar. Niklas fertigt als Gürtler und Messerer beeindruckende Reproduktionen und berichtet darüber sehr humorvoll und informativ auf seinem Blog. Dort finden sich auch Quellen und Informationen über Zeitraum und Darstellung sowie ein empfehlenswerter Leitfaden für Einsteiger.

http://neuesausdergotik.blogspot.de

Comthurey Alpinum

Die Gruppe aus der Schweiz hat sich das originelle Ziel gesetzt,

„den Alltag einer Reisegruppe im Hochmittelalter so authentisch wie möglich nachzustellen.“

Den fiktiven Hintergrund bildet eine Alpenüberquerung um das Jahr 1180, geführt von einem Komtur des Hospitaliter-Ordens.

http://www.comthurey-alpinum.ch

The Medieval Hunt

Eine Gruppe aus Schweden, also dem nicht-deutschsprachigen Raum, die hier wegen ihres originellen Ansatzes aufgenommen wurde. Wie der Name andeutet, bildet die mittelalterlicher Jagd den Rahmen der Darstellung, die alles umfasst außer dem Erlegen von Tieren. Ziel der Mitglieder ist es jedoch weniger, auf Veranstaltungen mit umfangreicher Ausstattung präsent zu sein, sondern das persönliche Nacherleben mittelalterlichen Lebens zu allen Jahreszeiten, in allen Wetterbedingungen.
Darüber berichten sie in englischer Sprache in ihrem Blog, wo sie eindrucksvoll dafür werben, living history zu einem persönlichen Erlebnis zu machen und gewissermaßen als sportliche Herausforderung und Selbsterfahrung zu betrachten.

http://themedievalhunt.com/

Video von „The Medieval Hunt“