Forgeng (Hg.): Das Tower-Fechtbuch

Forgeng (Hg.): Das Tower-Fechtbuch, wbg.

Forgeng (Hg.): Das Tower-Fechtbuch, wbg.

Das Manuskript I.33 (neuerdings „FECHT1“) der Royal Armouries in Leeds, nach einem früheren Aufbewahrungsort auch als „Tower-Fechtbuch“ bekannt, weist einige Besonderheiten auf. Um 1320 vermutlich in einem fränkischen Kloster entstanden, gilt es als ältestes erhaltenes Werk zur mittelalterlichen Fechtkunst. Es ist ausschließlich dem Kampf mit Schwert und Buckler (einem kleinen Faustschild) gewidmet und bis auf die Verwendung einiger deutscher Fachbegriffe komplett auf Latein verfasst.
Sein Urheber, der sich im Text selbst als Luitger identifiziert, gehörte wohl dem geistlichen Stand an. Auf den hochwertigen Illustrationen wird er mit Tonsur und Mönchshabit dargestellt und als sacerdos („Priester“) bezeichnet, der einen Schüler (scolaris) unterrichtet. Im letzten Stück allerdings tritt statt diesem eine Schülerin namens Walpurgis auf – eine einmalige Erscheinung in der Geschichte der mittelalterlichen Fechtliteratur!

Bereits 2003 hatte der Fechthistoriker Jeffrey L. Forgeng eine erste englische Edition des Tower-Fechtbuchs vorgelegt. Eine stark überarbeitete Fassung erschien 2018 und diente als Grundlage für die erste deutschsprachige Gesamtausgabe, die nun von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft veröffentlicht wurde.

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Kursangebote 2021

Die Hoffnung, im Jahr 2021 wieder zu einem normalen Alltag zurückkehren zu können, hat sich bislang leider nicht erfüllt. Noch immer ist die Gefahr groß, sich mit dem neuartigen Corona-Virus zu infizieren, und das Leben daher auf vielfältige Weise eingeschränkt. Wie lange dies noch so bleiben wird und ob die Maßnahmen der Regierung(en) im Sommer eher gelockert oder erneut verschärft werden, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

Dennoch wollen wir positiv in die Zukunft blicken und hoffen, dass im Laufe des Jahres wieder Veranstaltungen möglich sein werden! HistoFakt. Historische Dienstleistungen plant daher vorbehaltlich der Genehmigung durch Bundes- und Landesregierung, ab Mai 2021 wieder Kurse im Bogenschießen, Pfeilbau und historischen Fechten anzubieten.
Sollten einzelne Termine aufgrund obgrigkeitlicher Beschränkungen nicht stattfinden können, wird ein Ausweichtermin angeboten – oder Sie erhalten Ihre Kursgebühr erstattet!

Die Teilnahme können Sie ganz bequem online über shop.HistoFakt.de buchen und per Überweisung oder Paypal bezahlen. Einfach auf den Link des gewünschten Termins klicken!

Für Gruppen ab 4 Personen lassen sich alle Kurse übrigens auch zu individuellen Terminen an frei wählbaren, geeigneten Orten durchführen – entsprechende Lockerungen der Corona-Maßnahmen vorausgesetzt. Sprechen Sie uns an!

Download: Terminbroschüre und Buchungsformular 2021 (pdf-Dokument, ca. 250 kb)

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Anleitung zum Bau eines Bucklers für das historische Fechten

Buckler oder Faustschilde waren kleine Schilde, die nicht mit Riemen über der Schulter und am Unterarm, sondern an einem Griff in der Hand getragen wurden. Sie kamen verstärkt ab dem 13. Jahrhundert zum Einsatz, den bildlichen Belegen zufolge vor allem als Duellwaffe z.B. im „Ordal“, dem gerichtlichen Zweikampf, aber etwa auch bei englischen Bogenschützen in Kombination mit Schwert, Langem Messer oder Malchus (Falchion).

Fechter mit Schwert und Buckler, 14. Jh. (London, British Library, MS. Bodl. 264, fol. 109r)

Die folgende Bauanleitung erhebt keinerlei Anspruch auf historische Korrektheit! Die Randverstärkung durch genähte Rohhaut etwa ist in keiner Quelle belegt, und die meisten erhaltenen mittelalterlichen Originale weisen eine leichte Wölbung nach außen oder auch nach innen auf. Der hier gezeigte Buckler wurde ausschließlich zum Training des historischen Fechtens konstruiert und hat sich in diversen Einsätzen bewährt. Dennoch erfolgen Nachbau und Verwendung auf eigene Gefahr!

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Dierk Hagedorn & J. Christoph Amberger: Codex Amberger

Dierk Hagedorn & J. Christoph Amberger:

Dierk Hagedorn & J. Christoph Amberger: „Codex Amberger“, VS-Books 2020.

„Codex Amberger“ – selbst erfahrene, langjährige Fechtbuchforscher werden mit dieser Bezeichnung zunächst wenig anfangen können. Das Werk trägt nicht den Namen eines obskuren, vergessenen Fechtmeisters, Autors, Sammlers, Künstlers oder auch nur eines berühmten Vorbesitzers, sondern des Mannes, der es 2005 in einem New Yorker Antiquariat erwarb und nun gemeinsam mit dem ausgewiesenen Experten Dierk Hagedorn herausgegeben hat.
Bei seinem Fund handelt es sich um ein gebundenes Album von 15 handgemalten Blättern, die einzelne Szenen des Zweikampfs mit verschiedenen Wehren enthalten. Keine dieser Techniken kann allerdings besondere Originalität für sich beanspruchen, und lediglich auf einer Seite findet sich ein beschreibender Text. Verfasser und Künstler sind unbekannt, zu Entstehungszeit und -ort lassen sich nur Vermutungen anstellen. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um ein Fragment eines ursprünglich umfangreicheren, möglicherweise auch unvollendeten Werks, dessen Reste jedoch weiterhin als verschollen gelten müssen.
Was also macht dieses kleine „Sammelalbum“ so bedeutsam, dass es nun in einer wohlfeilen Ausgabe von 144 Seiten Aufnahme in die renommierte „Bibliothek der historischen Kampfkünste“ fand?

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The Sword. Form and Thought

„The Sword. Form and Thought“, Woodbridge 2019.

„The Sword – Form and Thought“ was the name of an exhibition held at the Deutsches Klingenmuseum (German Blade Museum) in Solingen from 26th September 2015 until 28th February 2016, and is also the title of the accompanying catalogue.
An international interdisciplinary conference of the same name was organised by the museum on 19th and 20th November 2015, and to make confusion perfect another book of the same title has now been published: „The Sword. Form and Thought“ is a collection of articles based on papers presented at said conference, edited by the organisers Lisa Deutscher, Mirjam Kaiser, and Sixt Wetzler.
The contributions cover a wide range of topics, from production, symbolical meaning, and practical use, to modern day classification of „the most iconic of weapons“, written by international experts from very diverse professional backgrounds: Archaeologist, historian, linguist, swordsmith, restorator, and others.

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Kursangebote 2020

Auch im Jahr 2020 bietet HistoFakt. Historische Dienstleistungen wieder spannende Kursangebote an verschiedenen Standorten.
Für Gruppen ab 4 Personen lassen sich alle Kurse auch zu individuellen Terminen an frei wählbaren, geeigneten Orten durchführen. Sprechen Sie uns an!

NEU! Sie können die Teilnahme an unseren Kursen jetzt ganz bequem online über shop.HistoFakt.de buchen und per Überweisung oder Paypal bezahlen. Einfach auf den Link des gewünschten Termins klicken!

Download: Terminbroschüre und Buchungsformular 2020 (pdf-Dokument, ca. 500 kb)

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„Das große Buch vom Schwert“

Thomas Laible: Das große Buch vom Schwert, Wieland Verlag 2019.

Thomas Laible: Das große Buch vom Schwert, Wieland Verlag 2019.

Mit „Das Schwert – Mythos und Wirklichkeit“ veröffentliche Thomas Laible 2006 ein Werk, das für viele seiner zahlreichen Leserinnen und Leser den ersten Kontakt mit der Welt historischer Blankwaffen dargestellt haben dürfte. Auf fundierte, aber verständliche Weise erläuterte der Autor darin die historische Entwicklung, Herstellung, Rekonstruktion und Verwendung mittelalterlicher Schwerttypen, die Unterschiede zwischen Deko-, Schaukampf-, Fecht- und Filmschwertern und vieles mehr.
Das Buch ist seit einiger Zeit vergriffen, und mit Spannung wurde der bereits seit Längerem angekündigte Nachfolger erwartet. Nun ist „Das große Buch vom Schwert“ erschienen und richtet sich vornehmlich an die gleiche Zielgruppe: Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ein Interesse an historischen Schwertern haben und auf der Suche nach fundierten Informationen ohne zu viel wissenschaftlichen „Ballast“ sind. Nach Angaben des Autors beruht sein neues Werk zu einem großen Teil auf Fragen, Kommentaren und Wünschen, die von Leserinnen und Lesern von „Mythos und Wirklichkeit“ an ihn herangetragen wurden. Im Gegensatz zu diesem ist es stärker praxisorientiert, auch wenn viele Teile des Vorgängers in überarbeiteter (und gekürzter) Form übernommen wurden.

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Seminar „Hieb – Stich – Schnitt“

Der Verein Burglandschaft e.V. veranstaltet, in Kooperation mit Historisches Fechten Würzburg e. V., ein Seminar zum Thema Historische Europäische Kampfkünste am Wochenende von Freitag, 22.11.2019, bis Sonntag, 24.11.2019.
In verschiedenen Workshops beschäftigen sich die Teilnehmer im Umgang mit dem Langen und dem einhändigen Schwert, Stangenwaffen, Dolchkampf und Ringen. Das Seminar findet auf Burg Rothenfels in Rothenfels statt, sowohl das gesamte Seminarwochenende als auch einzelne Workshops können auch unabhängig voneinander besucht werden.

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„Schilde des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit“

„Schilde des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit“, hg. von R. Beuing und W. Augustyn. Passau: Klinger Verlag 2019.

Es sind goldene Zeiten für die Erforschung historischer Waffen und Kampfkünste: Interdisziplinäre Forschungen, Tagungen, Ausstellungen und Publikationen haben in den vergangenen Jahren das Wissen in – und auch das Interesse an – den einstigen Nischenthemen erheblich erweitert. Und das nicht nur innerhalb der betroffenen Fachdisziplinen, also unter Historikern, Archäologen, Kulturwissenschaftlern, Restauratoren, Kuratoren und anderen Wissenschaftlern (jederlei Geschlechts), sondern auch unter Praktikern (Kampfsportler, Reenactors, Living History-Darstellern u.ä.) sowie einer immer breiter werdenden Öffentlichkeit, ganz im Sinne einer Citizen Science.
Im Mittelpunkt der Betrachtung stand und steht dabei bevorzugt das Schwert, die „ritterliche Waffe“, zuletzt Gegenstand großartiger Ausstellungen und Tagungen sowie begleitender Publikationen, z.B. im Deutschen Klingenmuseum Solingen („Das Schwert – Gestalt und Gedanke„) oder im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart („Faszination Schwert„). Andere spannende Forschungsobjekte aus dem Themenkomplex „Waffen – Rüstungen – Kampfkünste“ fristen dagegen noch immer ein gewisses Schattendasein.
Dazu zählt nicht zuletzt der Schild, der – über Jahrtausende und in unzähligen Kulturen in unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen im Gebrauch – neben seiner Schutzfunktion ein vielfältiges Spektrum an Aufgaben als Repräsentationsobjekt und Statussymbol, als Prunk-, Toten-, Wappen-, Turnier- oder Paradeschild, erfüllt. Konstruktion, Gestaltung, Verwendung, Erhaltung und kulturelle Bedeutung dieser lange vernachlässigten Schutzwaffe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit standen im Zentrum einer im März 2016 im Bayerischen Nationalmuseum durchgeführten Tagung, zu der nun ein umfangreicher Begleitband erschienen ist.

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Walter: Joachim Meyer 1570 – Arbeitsbuch Langschwert

Frank Walter: Joachim Meyer 1570 – Arbeitsbuch Langschwert. Selbstverlag, Würzburg 2019

Frank Walter: Joachim Meyer 1570 – Arbeitsbuch Langschwert. Selbstverlag, Würzburg 2019

Joachim Meyer (ca. 1537-1571) zählt zu den bekanntesten deutschen Fechtmeistern und Autoren von Fechtbüchern, obwohl seine Arbeiten bereits in eine Zeit fielen, in der die meisten von ihm beschriebenen Waffen in Alltag und Ernstkampf schon keine große Rolle mehr spielten. Mit großem Fleiß ging er dennoch daran, den Umgang mit Langschwert, Dolch, Rapier, Dussack etc. zu beschreiben und seine Werke zu veröffentlichen, ehe er mit nur 34 Jahren überraschend, vermutlich an Unterkühlung oder Lungenentzündung, verstarb.
Waren seine früheren Handschriften noch für adelige Gönner und Auftraggeber entstanden, so stellte Meyers 1570 im Druck veröffentlichte „Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens“ einen ambitionierten Versuch dar, den Umgang mit verschiedenen Wehren einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

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