Fundstücke KW 16

Das Handwerk stirbt aus – und erlebt eine Renaissance. So ungefähr lautet der Tenor eines Artikels von Pia Ratzesberger in der SZ.

Auf „Das Mittelalter – der Blog“ findet sich diese Woche ein Beitrag über Haithabu und das zugehörige Museum.

In „Ausgegraben“ berichtet Archäologin Angelika Franz diese Woche in einem etwas substanzlosen Artikel über die Verwendung von Giftpfeilen. Abzulehnen ist die vollkommen aus der Luft gegriffene Aussage der zitierten „Expertin“, Pfeile mit unvergifteter Steinspitze seien nicht wirkungsvoll genug gewesen, ein Tier von der Größe eines Hirschs zu töten!

Am 19. März hielt Roland Warzecha im Archäologischen Museum Hamburg einen Vortrag über den mittelalterlichen Kampf mit Schwert und Schild, der (leider nicht eingebettet werden kann, aber) nun als Video auf Youtube abrufbar ist.

Auch der J. Paul Getty-Trust hat ein Video veröffentlicht, in Anlehnung an eine bekannte Fantasy-Serie im Fernsehen „Game of Manuscripts“ genannt …

 

Fundstücke KW 14

Der Lipper Hellweg war im Mittelalter die bedeutendste Reise- und Handelsroute der Region. Spuren davon wurden nun bei Ausgrabungen auf dem Paderborner Domplatz entdeckt, wie die Lippische Landes-Zeitung berichtet.

Der Nürnberger Scharfrichter Meister Frantz führte über seine Arbeit genau Buch. Mit Hilfe dieser Quelle rekonstruiert der Historiker Joel Harrington das Leben und Wirken dieses Henkers im 16. und 17. Jahrhundert. Die Welt beleuchtet das Werk.

Der Bayerische Rundfunk und „alpha Campus“ haben unter dem Titel „Überall ist Mittelalter“ eine (bislang) sechsteilige Reihe interessanter Vorträge zu mittelalterlichen Themen ins Netz gestellt.

Und noch ein Video, dieses von Spiegel Online über historisches Fechten als moderner Sport: „Trendsport Schwertkampf„.

Der Osterhase ist eine moderne Erfindung. Im Mittelalter traute man den Langohren offenbar nicht so recht über den Weg, wie die Sammlung von Darstellungen mittelalterlicher „Killer-Hasen“ und „Psycho-Karnickel“ von Discarding Images vermuten lässt.

Auf einem Windhund reitender Hase mit Jagdschnecke. Pontificale des Guillaume Durand, vor 1390 (Paris, Bibliothèque Sainte-Geneviève, ms. 143, fol. 165r).

Auf einem Windhund reitender Hase mit Jagdschnecke. Pontificale des Guillaume Durand, vor 1390 (Paris, Bibliothèque Sainte-Geneviève, ms. 143, fol. 165r).

Fundstücke KW 45

Das Blog von Hiltibold aus Graz ist immer wieder eine ergiebige Quelle interessanter und spannender Beiträge und Überlegungen. Vergangene Woche hat er sich einmal mit den Darstellungen von Bogenschützen im Utrecht-Psalter beschäftigt.

Bei Hiltibold habe ich außerdem den Link zu dem folgenden Video entdeckt: Matt Easton von der Schola Gladiatoria aus London veröffentlicht auf YouTube regelmäßig sehr sehenswerte und anregende Videos zu historischen europäischen Kampfkünsten (HEMA), historischen Waffen oder auch zu deren Repräsentation in Film und Fernsehen.
Nun hat er sich auf gewohnt unterhaltsame Art mit dem leidigen Thema „Rüstungen in (pseudo-)historischen Fernsehserien wie z.B. VIKINGS“ auseinandergesetzt: Knitted chainmail and weird plate armour in movies and TV (auf Englisch).

Und wenn wir schon beim Thema sind: Unter traditionellen Bogenschützen sorgen gerade Bilder zum kommenden Multi-Millionen-Dollar-Spektakel „Exodus: Gods and Kings“ wie dieses für – je nach Temperament – Belustigung oder Verärgerung:

Christian Bale als Moses in "Exodus – Gods and Kings". (c) 20th Century Fox

Christian Bale als Moses in "Exodus – Gods and Kings". (c) 20th Century Fox

Der Grund? Der Bogen ist falsch herum aufgespannt! Das ist umso peinlicher, als er in anderen Szenen offenbar korrekt aufgespannt zu sehen ist. Allerdings ist das bei Weitem nicht das einzige historische Detail, das sich an der Produktion kritisieren ließe. Die Form des Bogens ist für die fragliche Zeit und Weltregion ebenso wenig belegt wie die des Schwert, von den Rüstungen für Menschen und Pferde, Bekleidungsdetails etc. ganz zu schweigen.
Aber anstatt zu sagen, wir haben hier einen Actionfilm produziert, der sich lose an gewisse Ereignisse aus der Bibel anlehnt, musste es ja mal wieder die „historisch korrekte“ Darstellung der Geschichte von Moses und dem Auszug aus Ägypten sein … An seinen eigenen Ansprüchen muss man sich eben messen lassen!

Auf das Crowdfunding-Projekt zur Veröffentlichung des multidisziplinären wissenschaftlichen Tagungsbands „Das Schwert – Waffe und Mythos“ hatte ich schon einmal hingewiesen. Die Finanzierungsplhase läuft noch bis zum 25. November, und noch immer fehlen mehr als € 1.000,-, um das Werk drucken zu können. Wer also noch ein gutes Werk vollbringen, junge Forscher ermutigen und unabhängige Forschung jenseits des Mainstreams unterstützen möchte, hat hier beste Gelegenheit dazu!