Zu Tisch!

„Die Tafel aufheben“ – der Satz ist auch heute noch geläufig. Er hat seinen Ursprung im Mittelalter, als Tische, an denen das gemeinschaftliche Mahl eingenommen wurde, zuweilen keine soliden, fest verfügten Konstruktionen waren, sondern aus Brettern bestanden, die lose auf Böcke oder Untergestelle gelegt wurden und nach der Mahlzeit wieder entfernt werden konnten.
Der große Saal einer Burg, in dem solche mobilen Konstruktionen bevorzugt zum Einsatz kamen, diente – wie viele andere Räume auch – je nach Bedarf mehreren Zwecken. Dort wurde nicht nur gemeinsam gegessen, sondern auch getanzt, zuweilen gefochten oder geschlafen – es war also praktisch, die Tafeln nach Gebrauch entfernen und platzsparend aufbewahren zu können. Auch im bürgerlichen Haushalt oder auf dem Dorf kamen derartige Lösungen zum Einsatz, die nach Ausweis dieser Darstellung einer Bauernhochzeit von Pieter Bruegel d.Ä. wohl auch mit Hilfe eines ausgehängten Türblatts improvisiert werden konnten.

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Maße, Zahlen und Gewichte im Mittelalter

„Sed omnia in mensura et numero et pondere disposiuisti.“

Gott als Erschaffer des Universums, Frontispiz einer Bible moralisée, ca. 1220-30. Wien, ÖNB Codex Vindobonensis 2554, fol. 1v.

Gott als Erschaffer des Universums, Frontispiz einer Bible moralisée, ca. 1220-30. Wien, ÖNB Codex Vindobonensis 2554, fol. 1v.

„Du aber hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet.“ Die Rede ist natürlich von Gott, denn diese Erkenntnis findet sich im Alten Testament, in den Weisheiten Salomons (11,20). Entsprechend wurde der Schöpfer seit dem 12. Jahrhundert gerne als deus geometer oder „vermessender Gott“ mit Messwerkzeugen wie Zirkel oder Winkel dargestellt.
Den Menschen allerdings sind die göttlichen Maße unbekannt. Sie sind in den Plan Gottes nicht eingeweiht und müssen versuchen, die Ordnung der Welt aus eigener Kraft zu entschlüsseln. Und für ihre alltäglichen Bedürfnisse müssen sie sich eigene Maße, Zahlen und Gewichte erschaffen.

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Kursangebote 2020

Auch im Jahr 2020 bietet HistoFakt. Historische Dienstleistungen wieder spannende Kursangebote an verschiedenen Standorten.
Für Gruppen ab 4 Personen lassen sich alle Kurse auch zu individuellen Terminen an frei wählbaren, geeigneten Orten durchführen. Sprechen Sie uns an!

NEU! Sie können die Teilnahme an unseren Kursen jetzt ganz bequem online über shop.HistoFakt.de buchen und per Überweisung oder Paypal bezahlen. Einfach auf den Link des gewünschten Termins klicken!

Download: Terminbroschüre und Buchungsformular 2020 (pdf-Dokument, ca. 500 kb)

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Seminar „Hieb – Stich – Schnitt“

Der Verein Burglandschaft e.V. veranstaltet, in Kooperation mit Historisches Fechten Würzburg e. V., ein Seminar zum Thema Historische Europäische Kampfkünste am Wochenende von Freitag, 22.11.2019, bis Sonntag, 24.11.2019.
In verschiedenen Workshops beschäftigen sich die Teilnehmer im Umgang mit dem Langen und dem einhändigen Schwert, Stangenwaffen, Dolchkampf und Ringen. Das Seminar findet auf Burg Rothenfels in Rothenfels statt, sowohl das gesamte Seminarwochenende als auch einzelne Workshops können auch unabhängig voneinander besucht werden.

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„Schilde des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit“

„Schilde des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit“, hg. von R. Beuing und W. Augustyn. Passau: Klinger Verlag 2019.

Es sind goldene Zeiten für die Erforschung historischer Waffen und Kampfkünste: Interdisziplinäre Forschungen, Tagungen, Ausstellungen und Publikationen haben in den vergangenen Jahren das Wissen in – und auch das Interesse an – den einstigen Nischenthemen erheblich erweitert. Und das nicht nur innerhalb der betroffenen Fachdisziplinen, also unter Historikern, Archäologen, Kulturwissenschaftlern, Restauratoren, Kuratoren und anderen Wissenschaftlern (jederlei Geschlechts), sondern auch unter Praktikern (Kampfsportler, Reenactors, Living History-Darstellern u.ä.) sowie einer immer breiter werdenden Öffentlichkeit, ganz im Sinne einer Citizen Science.
Im Mittelpunkt der Betrachtung stand und steht dabei bevorzugt das Schwert, die „ritterliche Waffe“, zuletzt Gegenstand großartiger Ausstellungen und Tagungen sowie begleitender Publikationen, z.B. im Deutschen Klingenmuseum Solingen („Das Schwert – Gestalt und Gedanke„) oder im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart („Faszination Schwert„). Andere spannende Forschungsobjekte aus dem Themenkomplex „Waffen – Rüstungen – Kampfkünste“ fristen dagegen noch immer ein gewisses Schattendasein.
Dazu zählt nicht zuletzt der Schild, der – über Jahrtausende und in unzähligen Kulturen in unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen im Gebrauch – neben seiner Schutzfunktion ein vielfältiges Spektrum an Aufgaben als Repräsentationsobjekt und Statussymbol, als Prunk-, Toten-, Wappen-, Turnier- oder Paradeschild, erfüllt. Konstruktion, Gestaltung, Verwendung, Erhaltung und kulturelle Bedeutung dieser lange vernachlässigten Schutzwaffe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit standen im Zentrum einer im März 2016 im Bayerischen Nationalmuseum durchgeführten Tagung, zu der nun ein umfangreicher Begleitband erschienen ist.

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Walter: Joachim Meyer 1570 – Arbeitsbuch Langschwert

Frank Walter: Joachim Meyer 1570 – Arbeitsbuch Langschwert. Selbstverlag, Würzburg 2019

Frank Walter: Joachim Meyer 1570 – Arbeitsbuch Langschwert. Selbstverlag, Würzburg 2019

Joachim Meyer (ca. 1537-1571) zählt zu den bekanntesten deutschen Fechtmeistern und Autoren von Fechtbüchern, obwohl seine Arbeiten bereits in eine Zeit fielen, in der die meisten von ihm beschriebenen Waffen in Alltag und Ernstkampf schon keine große Rolle mehr spielten. Mit großem Fleiß ging er dennoch daran, den Umgang mit Langschwert, Dolch, Rapier, Dussack etc. zu beschreiben und seine Werke zu veröffentlichen, ehe er mit nur 34 Jahren überraschend, vermutlich an Unterkühlung oder Lungenentzündung, verstarb.
Waren seine früheren Handschriften noch für adelige Gönner und Auftraggeber entstanden, so stellte Meyers 1570 im Druck veröffentlichte „Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens“ einen ambitionierten Versuch dar, den Umgang mit verschiedenen Wehren einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

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„Die Welt des Handwerks um 1500“

Meindl/Zailer (Hgg.): Die Welt des Handwerks um 1500, Bretten 2018.

Meindl/Zailer (Hgg.): Die Welt des Handwerks um 1500, Bretten 2018.

Das Mittelalter gilt gemeinhin als „Goldenes Zeitalter“ des Handwerks. Tatsächlich gab es wohl niemals zuvor oder danach eine derartige Spezialisierung und Diversifizierung handwerklicher Berufe, doch bestanden dabei auch große Unterschiede in Ansehen, Einkommen und wirtschaftlicher Bedeutung.
Auf Mittelaltermärkten, Museumsfesten und ähnlichen Veranstaltugnen finden sich heute zahlreiche Darsteller, die sich mehr oder weniger erfolgreich bemühen, die Arbeit mittelalterlicher Schmiede, Korbflechter, Kerzenzieher, Sarwürker und anderer Handwerker wiederzubeleben. So auch bei einem der traditionsreichsten „mittelalterlichen“ Stadtfeste, dem Peter und Pauls-Fest in Bretten, in dessen Kontext das vorliegende Buch entstand.

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Kursangebote 2019

Auch im Jahr 2019 bietet HistoFakt. Historische Dienstleistungen wieder spannende Kursangebote an verschiedenen Standorten.
Für Gruppen ab 4 Personen lassen sich alle Kurse auch zu individuellen Terminen an frei wählbaren, geeigneten Orten durchführen. Sprechen Sie uns an!

Terminbroschüre und Anmeldeformular zum Download (pdf): Kurstermine 2019_web

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Vortrag: „Wiltu guot fewr pfeil machen“

Herstellung, Einsatz und Wirkung von Brandpfeilen in der Geschichte

„Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der täglich zürnt. Wenn man nicht umkehrt, so wetzt er sein Schwert, hält seinen Bogen gespannt und zielt und richtet auf jenen tödliche Geschosse; seine Pfeile steckt er in Brand!“ (Psalm 7, 12-14)

Brandpfeil in der sog. "Löffelholz-Handschrift", 1505. (Krakau, Biblioteka Jagiellońska Ms. Berol. Germ. Qu. 132.)

Brandpfeil in der sog. „Löffelholz-Handschrift“, 1505. (Krakau, Biblioteka Jagiellońska Ms. Berol. Germ. Qu. 132.)

Brennende Geschosse waren seit der Antike bei verschiedenen Kulturen im Einsatz. Schon lange vor der Erfindung des Schießpulvers konnten sie verheerende Schäden anrichten, ganze Häuser, Dörfer und Städte in Flammen aufgehen lassen. Brandpfeile und -bolzen, mit Bogen oder Armbrust verschossen, waren daher über Jahrhunderte zu Recht gefürchtete Waffen.

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Fundstücke KW 8

Im Umfeld des Paderborner Doms sind Gräber aus dem Mittelalter entdeckt worden, meldet die Neue Westfälische.

Die Sorores Historiae gehen der Frage nach, wie im Mittelalter Wäsche gewaschen wurde und berichten von Versuchen mit Aschenlauge.

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