Fundstücke KW 7-8

[Dank eines wirklich fiesen Virusinfekts heute die extradicke Zwei-Wochen-Ausgabe …]

Das Schweizer Fernsehen sucht für eine Art historische Doku-Soap namens „Leben wie vor 500 Jahren“ Bauern und Pilger, die einige Zeit unter Beobachtung auf einer Burg leben wollen.

Das Max Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte untersucht, mit welchen Medien die spanische Krone ihre Herrschaft in Südamerika zu festigen versuchte. Weiterlesen

Fundstücke KW 6

Auf der Website der Zeitschrift „Miroque“ schreibt Doris Schweitzer über die archäologischen Forschungen und das „archäologische Freilichtlabor“ in Lorsch.

Mussen im „Ländle“ – nicht immer ein erfreuliches Thema. Den vergangene Woche erwähnten Forderungen der SPD nach freiem Eintritt in öffentlichen Museen hat MInisterpräsident Kretschmann nun eine Absage erteilt, wie die Südwestpresse meldet.

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Fundstücke KW 5

Freispruch für Samala! Der indonesische Vulkan war nicht schuld an der Krise des 13. Jahrhunderts, wie Der Standard meldet.

Geschichte, Philosophie und andere Geisteswissenschaften werden gerne auch als „Laberfächer“ diskreditiert. Dabei sind sie in „postfaktischen Zeiten“ vielleicht wichtiger denn je: Weiterlesen

Fundstücke KW 1

Frohes neues Jahr und herzlich willkommen zu den ersten Fundstücken 2017!

Im Alamannenmuseum Ellwangen kann man jetzt ein echtes Schwert ausprobieren, wie die Schwäbische meldet.

Im Archäologie-Blog von Der Standard beschäftigt sich Joris Coolen mit der Frage, wie Laien in die Archäologie einsteigen können. Weiterlesen

Fundstücke KW 49

Die Zeit hat eine Karte von Deutschland zusammengestellt, auf der das Alter aller Städte über 100.000 Einwohner angegeben ist.

Nicht „mittelalterlich“, aber sehr interessant ist das Interview der Zeit mit dem Globalisierungshistoriker Harold James.

Der Legende nach versank 1362 die Stadt Rungholt in den Fluten der Nordsee. Das NordseeMuseum Husum widmet „Realität und Mythos“ Rungholts noch bis 29.1.2017 eine Sonderausstellung, über die der NDR berichtet. Weiterlesen

Fundstücke KW 43

Geflochtene Behältnisse sind auf der ganzen Welt seit Urzeiten belegt. Doch in Deutschland ist das Handwerk der Korbmacherei, wie so viele andere auch, praktisch ausgestorben. Einen der letzten Korbmacher stellt die Pforzheimer Zeitung vor.

Auf mittelalter.hypotheses.org lobt Christoph Schweiger die Ausstellung „Wikinger!“, die noch bis zum 4. Dezember im Lokschuppen in Rosenheim zu sehen ist.

Geschichtsmarketing – ein Reizthema! Dass es zuweilen seltsame Blüten treibt, lässt sich vielerorts feststellen. Weiterlesen

Fundstücke KW 37

In Regensburg sorgt eine Ausschreibung für die Stelle des Leiters/der Leiterin der städtische Museen für Aufregung und „Entsetzen“, wie die Mittelbayerische Zeitung schreibt.
Aber mal im Ernst: Ist es nicht allerorten seit Jahrzehnten gängige Praxis, derartige Ausschreibungen auf Wunschkandidaten zurechtzuschneidern? Sofern die Stellen in Wahrheit nicht ohnehin längst „unter der Hand“ vergeben sind … Weiterlesen

Fundstücke KW 33

Sommerpause, Sommerferien, Sommerloch … Immerhin, einige Meldungen aus Geschichte und Archäologie fanden sich denoch:

Helmut Windl erklärt, warum experimentelle Archäologie und historische Handwerksdarstellung nicht das gleiche sind.

Im Nachlass eines Sammlerpaares ist ein bislang unbekannter Holzschnitt Albrecht Dürers aufgetaucht, worüber der WDR berichtet.

Ernst Nolte, einer der bekanntesten und umstrittensten Historiker Deutschlands, Auslöser des sogenannten „Historikerstreits„, ist im Alter von 93 Jahren gestorben.
Nachrufe in der ZEIT, auf Spiegel online und derstandard.at, außerdem noch eine ausführlichere Würdigung in der ZEIT.

Die Süddeutsche Zeitung widmet sich in einem Beitrag der Zukunft der Berliner Landesarchäologie (mit Dank an H. Jablonski für den Hinweis).

Auf Curiositas Mittelalter schreibt Max Emmanuel Frick über öffentliche Demutsgesten der ottonischen Herrscher.

Schon etwas älter, aber diese Woche erst in meinen Fokus geraten ist der Beitrag „Museen in der Krise: Konzepte, Probleme, Lösungen“ vom „Stradiot“.

Noch bis Donnerstag besteht die Möglichkeit, Daniel Jaquets „Obstacle Run in Armourauf Kickstarter zu unterstützen. Der Schweizer Historiker wird in einer spätmittelalterlichen Plattenrüstung bei einem Hindernislauf gegen einen modernen Soldaten und einen Feuerwehrmann antreten. Sportwissenschaftler der Universität Lausanne werden dabei Daten über Herz-Kreislauf- und Muskelaktivitäten sammeln. Das Projekt verspricht spannende neue Erkenntnisse über die physische Belastung und Belastbarkeit mittelalterlicher Kämpfer.
Hier der neueste Trailer:

Fundstücke KW 32

Die SHZ schreibt über die große, ein wenig künstlich inszenierte Aufregung um mögliche „Nazi-Symbolik“ bei einer Wikinger-Veranstaltung in Schleswig.
Die taz bauscht das Ganze dann noch ein wenig auf, spricht von „rechter Unterwanderung“ der living history-Szene, fügt ein Archivbild hin zu, das mit dem aktuellen Fall überhaupt nichts zu tun hat, und lässt den „Experten“ und Museumsdirektor Karl Banghard ein wenig Werbung für seine Broschüre zum Thema machen.
Der Fall landet dann sogar noch in der ZEIT, die (wie unten zu sehen ist) das fragliche Bild selbst noch einmal abdruckt, sich aber bemüßigt fühlt, darauf hinzuweisen, welcher der gezeigten Schilde der böse ist – von alleine kommt ein unbedarfter Zuschauer nämlich möglicherweise gar nicht darauf …

Nazis im Wolfspelz

Sicher, beim Ausräumen alter Schränke kann man mitunter Entdeckungen machen. Aber Figuren aus dem 15. Jahrhundert???
So geschehen im Ulmer Münster, wie der SWR vermeldet.

Die Süddeutsche berichtet über ein Projekt, das den mittelalterlichen Mönchen des Klosters Lorsch ein Gesicht geben soll.

Die Bergischen Historiker veröffentlichen auf ihrem Blog ein interessantes Interview mit der Archäologin Carmen Dietz-Röhl zum Thema „Kinder & Archäologie“.

Die Volkswagenstiftung fördert verschiedene museale Forschungsprojekte mit insgesamt € 3,9 Mio., weiß archaeologie-online.de.

Die Wienischen Hantwercliute präsentieren Informationen und Bilder zu Frisur, Haartracht, -schmuck und -pflege im 14. Jahrhundert.

Der Teufel steck im Detail, heißt es – doch nicht nur der: In der „living history“ sind es oft die kleinen, unscheinbaren Details, die aus einer guten eine hervorragende, einer inszenierten eine wirklich lebendige Geschichtsdarstellung machen. Von Besuchern werden sie oft gesehen aber gar nicht richtig wahrgenommen. Umso besser, wenn sie jemand mit Kennerblick im Bild festhält, so wie in diesem wunderbaren Album zur Veranstaltung „Leben & Alltag im 13. Jahrhundert“ in Puchberg (A):

Leben & Alltag im 13. Jahrhundert – Puchberg. (c) Andreas Bichler

Fundstücke KW 31

Die Kloake als „Archiv der Kulturgeschichte“ wird im Blog des LWL-Landesmuseums für Archäologie Herne gewürdigt.

Wie soll das neue Museum heißen, das in Köln in den kommenden drei Jahren entstehen soll? Vorschläge sind willkommen, sagt der WDR.

Eine kurze Meldung zur Geschichte der Hammertechnologie in der nördlichen Oberpfalz findet sich im Blog der Schauhütte.

Auf „Neues aus der Gotik“ schildert Niklas Hofbauer diese Woche die Tiroler Mode in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Auf archivalia.hypotheses.org schreibt Klaus Graf über den spätmittelalterlichen Liederdichter Hans von Westernach.

Matthias Schulz geht auf Spiegel Online den Problemen um das Geburtsdatum Kaiser Heinrichs III. auf den Grund.

Zu den unverwüstlichen Mittelalter-Mythen zählt jener vom unbeweglichen Ritter, der aufgrund des Gewichts seiner Rüstung mit Hilfe eines Krans aufs Pferd gehoben werden musste. Die Ursprünge dieses Mythos‘ gehen auf Missverständnisse des 19. Jahrhunderts zurück – und auf den Film „Henry V“ von Sir Laurence Olivier aus dem Jahre 1944, in dem gegen den Rat der beratenden Historiker Kräne wie der abgebildete eingesetzt wurden.
Diesem und anderen Mythen über mittelalterliche Waffen und Rüstungen widmet sich ein Beitrag von Dirk Breiding im Blog des Metropolitan Museums.

Kran, mit dem Ritter aufs Pferd gehievt werden. Château de Tiffauges, Frankreich.

Kran, mit dem Ritter aufs Pferd gehievt werden. Château de Tiffauges, Frankreich.

In seiner maßgefertigten Plattenrüstung tritt der schweizer Historiker Daniel Jaquet seit Jahren den Beweis an, dass Ritter tatsächlich kaum Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit in Kauf nehmen mussten (siehe auch die Fundstücke KW 26). Sein neuestes Projekt ist ein geplanter Hindernislauf gegen einen Feuerwehrmann und einen Soldaten, der filmisch dokumentiert werden soll. Zu diesem Zweck hat er eine Kickstarter-Kampagne gestartet.