Fundstücke KW 24

Das Blog der LWL-Archäologie berichtet über die siedlungshistorisch sehr interessanten Ergebnisse der Notgrabungen bei Scharmede.

Gleich zwei ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger wurde an Christi Himmelfahrt in Mecklenburg-Vorpommern fündig und entdeckten wikingerzeitliche Schmuckstücke, wie das Blog Bodendenkmalpfleger meldet.

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„Um 1504. Die Kleidung – Grundausstattung“

„Um 1504. Die Kleidung – Grundausstattung“, Lindemanns Bibliothek im Infoverlag, Bretten 2017.

Bei großen, hochwertigen Geschichtsveranstaltungen sind sogenannte „kit guides“ gebräuchlich, die vorab an potentielle Teilnehmer verteilt werden. In solchen Ausstattungsleitfaden wird anhand von zeitgenössischen Abbildungen, Fotos von Originalen und möglichst authentischen Rekonstruktionen dargestellt, wie Kleidung und persönliches Zubehör für Angehörige ausgewählter Gesellschaftsschichten zum jeweiligen Zeitpunkt ausgesehen haben (könnten). Meist sind außerdem Quellen und weiterführende Literatur aufgeführt, und mitunter sogar einfache Nähanleitungen enthalten. So soll ein möglichst originalgetreues Auftreten der Darsteller gewährleistet werden.

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Fundstücke KW 14

Auf archivalia.hyptheses.org geht Klaus Graf der Traditionsbildung eines Mordes im Jahre 1367 in Lübeck nach.

Focus Online versucht zu erklären, was Archäologie eigentlich ist (Hinweis: Nix mit Dinosauriern …), warum sie wichtig ist und was sie mit uns Normalsterblichen zu tun hat.

Die Süddeutsche widmet sich den Aufgaben und Methoden der Paläopathologie. Weiterlesen

Fundstücke KW 5

Freispruch für Samala! Der indonesische Vulkan war nicht schuld an der Krise des 13. Jahrhunderts, wie Der Standard meldet.

Geschichte, Philosophie und andere Geisteswissenschaften werden gerne auch als „Laberfächer“ diskreditiert. Dabei sind sie in „postfaktischen Zeiten“ vielleicht wichtiger denn je: Weiterlesen

Mittelalter-Videos

Pornos und Katzenvideos sind bekanntlich die entscheidenden Inhalte des Internets. Doch finden sich dazwischen in dunklen Ecken zuweilen auch interessante, lehrreiche, wissenschaftliche und/oder unterhaltsame Videos zur Geschichte des Mittelalters, ihrer Erforschung oder Darstellung. Einige davon (in deutscher Sprache) sollen hier vorgestellt werden, Ergänzungen sind jederzeit herzlich willkommen! Weiterlesen

Fundstücke KW 42

Noch einmal #Hastings950: Bericht mit Video über die Nachstellung der Schlacht von Hastings am 14. Oktober 1066 im schweizer Tagesanzeiger.

Schlagzeilen aus der Regensburger Museumsszene sind in letzter Zeit eher negativ: Nach Streitigkeiten um die Ausschreibung einer Stelle als Museumsdirektor/in stellt sich nun ein angeblicher Sensationsfund, ein bislang unbekanntes Werk von Albrecht Dürer, als sensationeller Unfug heraus, wie die Süddeutsche vermeldet.

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Fundstücke KW 37

In Regensburg sorgt eine Ausschreibung für die Stelle des Leiters/der Leiterin der städtische Museen für Aufregung und „Entsetzen“, wie die Mittelbayerische Zeitung schreibt.
Aber mal im Ernst: Ist es nicht allerorten seit Jahrzehnten gängige Praxis, derartige Ausschreibungen auf Wunschkandidaten zurechtzuschneidern? Sofern die Stellen in Wahrheit nicht ohnehin längst „unter der Hand“ vergeben sind … Weiterlesen

Fundstücke KW 36

Ist die Sommerpause zu Ende? Oder ist die Vielzahl von Meldungen aus Geschichte und Archäologie in dieser Woche in Wahrheit ein Indiz für das (späte) Sommerloch?
Jedenfalls gibt es so allerhand zu vermelden:

Vor 350 Jahren zerstörte ein Großbrand weite Teile des mittelalterlichen London. Dieses Ereignisses wurde dieser Tage gedacht, u.a. mit dem Verbrennen eines gewaltigen Holzmodells der historischen Altstadt, worüber die Tagesschau berichtet.

Der Bierkonsum im Mittelalter ist auch immer wieder Stoff für Mythen: Sicherlich war er im Durchschnitt deutlich höher als heute, ab a) fließen in den errechneten pro-Kopf-Durchschnitt auch stets Säuglinge, Kranke, Abstinenzler, … mit ein, und b) wies das damalige Gebräu einen deutlich geringeren Alkoholgehalt auf als heute üblich. Daher sind die „1.000 Liter pro Kopf“ in diesem Beitrag der Welt mit einem Schluck gesunder Skepsis zu genießen.

Auch der Spiegel widmete sich diese Woche einem immer wieder beliebten Thema, nämlich Liebe, Sex & Zärtlichkeit im Mittelalter.

An dieser Stelle keine Witze über „Rohr verlegen“ – in Innsbruck sind Teile einer hölzernen Wasserleitung aus dem 16. Jahrhundert entdeckt worden, wie uns derstandard.at informiert.

Die Stuttgarter Zeitung schreibt über das Glasmuseum in Spiegelberg und die Geschichte der Glasherstellung im Schwäbisch-Fränkischen Wald.

Die Gründungsurkunde der Universität Würzburg ist nach 600 Jahren in modernes Hochdeutsch übersetzt worden, was die Süddeutsche Zeitung zum Anlass nimmt, die Geschichte der Gründung zu beleuchten.

Mudlarks“ („Schmutzfinken“) nennen sich die Mitglieder eines Vereins in London, die bei Ebbe im Matsch der Themse nach archäologischen Überresten buddeln, wie Die Zeit berichtet.

In Güglingen ist bei Bauarbeiten ein Skelett aus dem frühen Mittelalter gefunden worden. Weitere Untersuchungen erbringen hoffentlich nähere Erkenntnisse, den Stand der Dinge schildert die Heilbronner Stimme.

Herr Jablonski wies mich freundlicherweise darauf hin, dass Tschudis Wappenbuch schweizerischer und ausländischer Geschlechter nun online abrufbar ist.

„Als strenge Wissenschaftlerin würde sie nie das Wort Sensationsfund in den Mund nehmen …“

Danke, Frau Kretschmer, das ist erfreulich zu hören! Aber es ist andererseits auch kein alltägliches Fundgut, dass da bei Arbeiten an der ICE-Trasse bei Wendlingen zu Tage getreten ist: Es handelt sich nämlich um ein reich ausgestattetes, alamannisches Gräberfeld mit Waffen, Schmuck und vielem mehr als Grabbeigaben. Die Stuttgarter Zeitung weiß Einzelheiten.

Das Mittelalter – Der Blog hat diese Woche den Überblick zu Hygiene, Wohlgeruch, Körperpflege und -geruch im Mittelalter.
Siehe dazu auch den Beitrag zum Mythos von den angeblich so schlechten Zähnen der Menschen im Mittelalter hier.

Für das Video der Woche sollte man etwas Zeit mitbringen – 106 Minuten, um genau zu sein –, aber es lohnt sich!
In Prag wurde mit großem Aufwand und unzähligen Beteiligten die Kaiserkrönung Karls IV. von 1347 nachgestellt. Die Inszenierung war Teil des Karlsjahres zum 700. Geburtstag, das u.a. auch mit zahlreichen Ausstellungen und Aktivitäten in Prag und anderswo begangen wird. Ein sehr schöner Beleg dafür, was Geschichtsdarstellung leisten kann!

 

Fundstücke KW 33

Sommerpause, Sommerferien, Sommerloch … Immerhin, einige Meldungen aus Geschichte und Archäologie fanden sich denoch:

Helmut Windl erklärt, warum experimentelle Archäologie und historische Handwerksdarstellung nicht das gleiche sind.

Im Nachlass eines Sammlerpaares ist ein bislang unbekannter Holzschnitt Albrecht Dürers aufgetaucht, worüber der WDR berichtet.

Ernst Nolte, einer der bekanntesten und umstrittensten Historiker Deutschlands, Auslöser des sogenannten „Historikerstreits„, ist im Alter von 93 Jahren gestorben.
Nachrufe in der ZEIT, auf Spiegel online und derstandard.at, außerdem noch eine ausführlichere Würdigung in der ZEIT.

Die Süddeutsche Zeitung widmet sich in einem Beitrag der Zukunft der Berliner Landesarchäologie (mit Dank an H. Jablonski für den Hinweis).

Auf Curiositas Mittelalter schreibt Max Emmanuel Frick über öffentliche Demutsgesten der ottonischen Herrscher.

Schon etwas älter, aber diese Woche erst in meinen Fokus geraten ist der Beitrag „Museen in der Krise: Konzepte, Probleme, Lösungen“ vom „Stradiot“.

Noch bis Donnerstag besteht die Möglichkeit, Daniel Jaquets „Obstacle Run in Armourauf Kickstarter zu unterstützen. Der Schweizer Historiker wird in einer spätmittelalterlichen Plattenrüstung bei einem Hindernislauf gegen einen modernen Soldaten und einen Feuerwehrmann antreten. Sportwissenschaftler der Universität Lausanne werden dabei Daten über Herz-Kreislauf- und Muskelaktivitäten sammeln. Das Projekt verspricht spannende neue Erkenntnisse über die physische Belastung und Belastbarkeit mittelalterlicher Kämpfer.
Hier der neueste Trailer:

Fundstücke KW 32

Die SHZ schreibt über die große, ein wenig künstlich inszenierte Aufregung um mögliche „Nazi-Symbolik“ bei einer Wikinger-Veranstaltung in Schleswig.
Die taz bauscht das Ganze dann noch ein wenig auf, spricht von „rechter Unterwanderung“ der living history-Szene, fügt ein Archivbild hin zu, das mit dem aktuellen Fall überhaupt nichts zu tun hat, und lässt den „Experten“ und Museumsdirektor Karl Banghard ein wenig Werbung für seine Broschüre zum Thema machen.
Der Fall landet dann sogar noch in der ZEIT, die (wie unten zu sehen ist) das fragliche Bild selbst noch einmal abdruckt, sich aber bemüßigt fühlt, darauf hinzuweisen, welcher der gezeigten Schilde der böse ist – von alleine kommt ein unbedarfter Zuschauer nämlich möglicherweise gar nicht darauf …

Nazis im Wolfspelz

Sicher, beim Ausräumen alter Schränke kann man mitunter Entdeckungen machen. Aber Figuren aus dem 15. Jahrhundert???
So geschehen im Ulmer Münster, wie der SWR vermeldet.

Die Süddeutsche berichtet über ein Projekt, das den mittelalterlichen Mönchen des Klosters Lorsch ein Gesicht geben soll.

Die Bergischen Historiker veröffentlichen auf ihrem Blog ein interessantes Interview mit der Archäologin Carmen Dietz-Röhl zum Thema „Kinder & Archäologie“.

Die Volkswagenstiftung fördert verschiedene museale Forschungsprojekte mit insgesamt € 3,9 Mio., weiß archaeologie-online.de.

Die Wienischen Hantwercliute präsentieren Informationen und Bilder zu Frisur, Haartracht, -schmuck und -pflege im 14. Jahrhundert.

Der Teufel steck im Detail, heißt es – doch nicht nur der: In der „living history“ sind es oft die kleinen, unscheinbaren Details, die aus einer guten eine hervorragende, einer inszenierten eine wirklich lebendige Geschichtsdarstellung machen. Von Besuchern werden sie oft gesehen aber gar nicht richtig wahrgenommen. Umso besser, wenn sie jemand mit Kennerblick im Bild festhält, so wie in diesem wunderbaren Album zur Veranstaltung „Leben & Alltag im 13. Jahrhundert“ in Puchberg (A):

Leben & Alltag im 13. Jahrhundert – Puchberg. (c) Andreas Bichler