Fundstücke KW 17-18

Zwei Termintipps: Am Mittwoch, den 10. Mai widmet sich ein kostenloser Vortrag im Historischen Museum Frankfurt Krieg und Kampf der antiken eurasischen Nomaden.
Und am 29.-30. Mai finden die 8. Mannheim-Heidelberger Werkstattgespräche zur Geschichte des Mittelalters statt.

Russische Forscher vermuten, dass das rätselhafte „Voynich-Manuskript“ in mehreren Sprachen verfasst wurde, meldet Der Standard. Weiterlesen

Fundstücke KW 45

Mit Hil­fe ei­nes so­ge­nann­ten Strei­fen­licht­scans konn­te im Dom zu Speyer ei­ne In­schrift ent­zif­fert wer­den, die lan­ge rät­sel­haft ge­blie­ben war: Der Text auf ei­ner Blei­plat­te, die man im Grab der mit­tel­al­ter­li­chen Kai­se­rin Gi­se­la ge­fun­den hat­te, könn­te hel­fen, das Da­tum ei­ner Teil­wei­he des Doms ex­akt zu bestimmen, schreibt das Online-Portal der Zeitschrift „Damals“.
Update: Weitere Links und der entzifferte Text bei archivalia.hypotheses.org.

Eine weitere Meldung von „Damals“: Digitalscans des „Aberdeen Bestiary“ brachten spannende Details über dessen Entstehung und Nutzung zutage. Weiterlesen

Fundstücke KW 34

Das so genannte „Voynich-Manuskript“ stellt die Forschung seit Jahren vor Rätsel: Handelt es sich um eine moderne Fälschung? Das Werk eines Spinners? Und nicht zuletzt: Wovon handelt es eigentlich?
Wer sich selbst einmal mit dem wundersamen Werk auseinandersetzen möchte, hat ab sofort Gelegenheit dazu: Ein bekannter spanischer Verlag hat eine Faksimile-Edition auf den Markt gebracht, wie derstandard.at berichtet.

In Sachsen-Anhalt werden, wie anderswo auch, die Lehrpläne der weiterführenden Schulen überarbeitet. Dabei soll auch das Fach Geschichte gründlich neu konzipiert werden. In diesem Zusammenhang scheint den Verantwortlichen (wie auch dem Autor dieses ZEIT-Artikels) die überraschende Erkenntnis gekommen zu sein, dass es in der Beschäftigung mit Geschichte gar nicht so sehr auf Jahreszahlen, Daten, Biographien ankommt, sondern z.B. auf Recherche, Anylse, Quellenkritik, Abstraktion, Perspektivwechsel, Medienkompetenz und viele weitere Fähigkeiten, die auch im Alltag eine wichtige Rolle spielen (sollten):

„So gesehen ist Geschichte eines der wichtigsten Fächer im Kanon überhaupt“

Das wussten Historiker natürlich schon lange, aber es stimmt hoffnungsvoll, wenn sich diese Erkenntnis nun tatsächlich auch in bildungspolitischen Kreisen durchsetzen sollte …

In der Steiermark sind Teile der ältesten mittelalterlichen Glasmalerei Österreichs entdeckt worden, meldet derstandard.at.

Die größte Gefahr in der mittelalterlichen Stadt, daher auch die größte Angst der Menschen, ging vom Feuer aus. Doch selbst heute sind mittelalterliche Städte nicht vor Großbränden gefeit – selbst wenn es sich nur um Kulissen für eine Fernsehserie handelt, wie in diesem Fall, von dem Spiegel Online berichtet.

Daniel Ossenkop widmet sich in einem Beitrag der sozialen Stellung der Frau im Mittelalter.

vrouwen maere schreibt über die Verarbeitung von Flachs.

In Lausanne hat am Freitag der Historiker Daniel Jaquet seinen Hindernislauf in Rüstung gegen einen Feuerwehrmann und einen Soldaten absolviert. Die Ergebnisse werden im Oktober vorgestellt (und dann mit Sicherheit in diesem Blog verlinkt!), das Schweizer Fernsehen berichtete am Samstag über das Experiment (leider nur auf Französisch):

Fundstücke KW 18

Der LWL berichtet über den Abschluss der Grabungen auf dem Warburger Burgberg, die vielfältige Funde zutage förderte.

Über „Die runden Wappentafeln der Zünfte“ schreibt Jens Kremb auf heraldica. hypotheses.org.

Als „Teilchenbeschleuniger der Geschichte“ bezeichnet ein Artikel auf APA Science das Werkzeug der Netzwerkanalyse.

Wer war der Bamberger Reiter? fragt Florian Welle auf sueddeutsche.de.

Hiltibold veröffentlicht den zweiten Teil seines Intervies mit dem Archäologen Raimund Karl zum Streitthema Sondengänger.

Das Tiroler Blog vrouwe maere gibt Tips zur Recherche von mittelalterlichen Bildquellen im Internet.

Fokus Hndschrift, die informative Facebook-Seite zum mittelalterlichen Schrift- und Buchwesen, feierte diese Woche mehr als 5.000 Fans mit einem kurzen Video: „Die Spur der Hasen II“

(Teil I ist hier zu finden.)

Fundstücke KW 8

Es ist immer wieder erstaunlich, was Archäologen alles finden, bestimmen und auswerten können. Unter dem Rathaus von Wiedenbrück sind es mittelalterliche Fußabdrücke, wie die Neue Westfälische berichtet.

„Vermutlich haben Archäologen Wohnhäusern [sic!] aus der germanischen Eiszeit unter der geplanten Trasse der Pinneberger Westumgehung gefunden.“ So meldet das Hamburger Abendblatt.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe informiert über die Ausgrabungen am Paderborner Domplatz.

In Gotha ist die Freilegung des „Herrn von Boilstädt“ abgeschlossen, meldet Archäologie Online.

War eine „kleine Eiszeit“ die Ursache für Pest und Völkerwanderung am Ende der Antike? Noch einmal Archäologie Online.

Daniel Ossenkop schreibt auf seinem Blog über William Marshal, den „größten aller Ritter“.

Fokus Handschrift empfiehlt diese Woche mein Buch „Die Schreibwerkstatt. Schrift und Schreiben im Mittelalter“, Zirndorf: G&S-Verlag 2008. Der Kaufempfehlung kann ich mich natürlich nur anschließen …
Bestellbar auch direkt beim Autor per E-Mail an info@histofakt.de.

Rätsel zum jüdischen Leben im Mittelalter als Material im Geschichtsunterricht von Daniel Bernsen.

Archäologie Online zum Dritten: Ein interessanter Beitrag von Martin Zimmermann zur Glasproduktion im Frühmittelalter.

Am 23. April wird das sogenannte „Deutsche Reinheitsgebot“ 500 Jahre alt. Eigentlich aber auch nicht, denn es handelt sich weder um eine deutsche Regelung, noch um ein Reinheitsgebot. Zu diesem Missverständnis und zur Geschichte des Gerstensafts schreibt Hans-Heinrich Pardey auf FAZ Online.

Im Alter von 84 Jahren verstarb am Freitag nach langem Krebsleiden der italienische Philosoph, Medienwissenschaftler und -kritiker, Kolumnist und Schriftsteller Umberto Eco. Während er in Deutschland vornehmlich durch seine Romane Bekanntheit und Erfolg erlangte, galt er in seiner Heimat Italien auch als engagierter Intellektueller, der pointiert öffentlich Stellung zu gesellschaftlichen und politischen Fragen bezog.
Nicht nur in seinem Erfolgsroman „Der Name der Rose“ (München 1982) befasste sich Eco ausgbiebig mit dem Mittelalter, sondern auch in zahlreichen kulturhistorischen, philosophischen und semiotischen Abhandlungen und Essays. Auch nach 25 Jahren noch immer besonders zu empfehlen: „Kunst und Schönheit im Mittelalter“, München 1991. Außerdem: „Im Wald der Fiktionen. Sechs Streifzüge durch die Literatur. Harvard-Vorlesungen“, München 1994″ sowie immer wieder seine vergnüglichen Kolumnen-Sammlungen oder „Streichholzbriefe“.
Europa hat einen großen, wichtigen und lautstarken Denker verloren, einen richtungsweisenden Philosophen, einen spitzzüngigen Kritiker und einen bedeutenden Literaten. Möge er in Frieden ruhen.

„Ich bin immer fasziniert von der Rolle, die die Dummheit spielt. Ich habe eine ganze Bibliothek, die nur Bücher enthält, die falsch sind. Die Geschichte ist das Reich der Fälschung, der Lüge und der Dummheit.“

Nachrufe finden sich z.B. in der Süddeutschen Zeitung, der Zeit, auf Spiegel Online und auf medievalists.net (in englischer Sprache).
In diesem Video führt Eco durch seine Privatbibliothek, die nach seinen eigenen Schätzungen ungefähr 50.000 Titel umfasst (und größer zu sein scheint als meine ganze Wohnung …):

Umberto Eco che percorre la sua casa-bibliotecaUmberto Eco che percorre la sua casa-biblioteca.(dal documentario „Sulla memoria“, di Davide Ferrario. Clip via Stefano Crupi)

Posted by La Repubblica XL on Samstag, 20. Februar 2016

Fundstücke KW 40

Die berühmten mittelalterlichen Schachfiguren von Lewis könnten auf Island hergestellt worden sein, wie Jan Osterkamp auf spektrum.de schreibt.

Die Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen.Lippe (LWL) sind mit dem bisherigen Verlauf der Ausgrabungen in der Herforder Innenstadt sehr zufrieden, meldet Archäologie online.

In Norwegen kann man jetzt eine neue, anerkannte Berufsausbildung absolvieren – als Wikinger … André Anwar berichtet in der Sächsischen Zeitung.

Der BR berichtet vom Ökologisch-Botanischen Garten in Bayreuth, der sich u.a. um mittelalterliche Nutzpflanzen kümmert.

Pünktlich zum 1. Oktober: Der Rezensionsüberblick September auf mittelalter.hypotheses.org.

Welches sind die zehn schönsten mittelalterlichen Manuskripte? Eine persönliche Auswahl präsentiert Giovanni Scordioni auf medievalists.net.
Darunter auch dieses einmalige Stück mit 121 schwarzen Blättern:

Black Hours (M. 493 › Morgan Library & Museum)

Black Hours (M. 493 › Morgan Library & Museum)

 

Sütterlin?

„Ich habe hier eine alte Urkunde/Briefe meiner Urgroßmutter/historische Dokumente aus dem 16./17./18./19. Jahrhundert, aber ich kann sie nicht lesen, denn sie sind in Sütterlin geschrieben …“

Mit Anfragen solcher Art werde ich recht häufig konfrontiert. Und auch ohne die fraglichen Texte gesehen zu haben, kann ich jedes Mal von vornherein mit Sicherheit ausschließen, dass sie tatsächlich in Sütterlinschrift abgefasst sind.
Denn diese Zuschreibung beruht auf einem weit verbreiteten Missverständnis. Weiterlesen

Fundstücke KW 23

Anfang der Woche befasste sich Hiltibold mit der Herstellung von Mörtel im Mittelalter.

Bereits am 17. Mai erschien auf „kurz!-Geschichte“ ein Beitrag von Christina Schröder über das „Buch aller verbotenen Künste“ aus dem 15. Jahrhundert, in dem allerhand magische Praktiken beschrieben werden.

Auf „Das Mittelalter – Der Blog“ befasste sich Daniel Ossenkop zuletzt mit dem mittelalterlichen Münzwesen.

Die Stiftsbibliothek St. Gallen ist eine der schönsten Bibliotheken des Kontinents. Davon kann man sich jetzt auch auf virtuellem Weg überzeugen.

MIt dem Aufsatz „Freund und Favorit. Begrifliche Reflexionen zu zwei Bindungstypen an spätmittelalterlichen Höfen“ setzt Klaus Oschema die Reihe „Aufstieg und Fall an den europäischen Höfen des Mittelalters“ auf mittelalter.hypothses.org fort.
Außerdem fragt Jan Keupp „Wo liegt der Mehrwert des Materiellen?“ und formuliert „Gedanken zur Epistemologie desarchivalischen Originals„.

Das Projekt „Mittelalterliche Geschichte – Eine digitale Einführung“ hat auf seinem Vimeo-Kanal interessante Lehrfilme zu mittelalterliche Schriftgeschichte, Buchwesen und verwandten Themen zusammengestellt. Darunter z.B. auch dieses:

Mittelalterliche Geschichte – Schriftgeschichte des Mittelalters from Mittelalterliche-Geschichte.de on Vimeo.

 

Fundstücke KW 19

Im Römerbergwerk Meurin ist diese Woche das Erlebnismuseum „Antike Technikwelt“ eröffnet worden. Dort sollen römisches Bauwesen und antike Technik nicht nur zu sehen sein, sondern auch angefasst, ausprobiert und erlebt werden, wie Archäologie Online schreibt.

Das Römermuseum Wien widmet sich einem wichtigen Aspekt der antiken Alltagsgeschichte: Wie die Römer ihre Wohnungen und Städte beleuchteten (derstandard.at).

Kürzlich habe ich ja schon einmal angemerkt, dass archäologische Entdeckungen in Zeiten sinkender Etats und gestrichener Fördergelder schnell mal als „Sensationsfunde“ angepriesen werden, um mediale und öffentliche Aufmerksamkeit zu gewinnen und vielleicht doch noch den ein oder anderen Euro locker zu machen.
Nun, die Entdeckung einer keltischen Befestigungsanlage und möglicherweise einer Kultstätte bei Langenenslingen, über die die Südwest Presse berichtet, ist zumindest von erheblicher Bedeutung für die Landesarchäologie Baden-Württemberg und die Geschichte der Kelten in Deutschland.
Die Landesschau im SWR hat das zugehörige Video.

1.300 Jahre Geschichte illustrierter Handschriften in 200 Beispielen in 15 Minuten: Ein hübsches Video von „dmsgold“ (geteilt via Fokus Handschrift).

Fundstücke KW 18

Der „Herr von Morken“ ist vor 1.400 Jahren gestorben und seit dieser Woche im LVR-Landesmuseum Bonn zu bewundern. Dafür wurde mit gerichtsmedizinischen Methoden sein Gesicht rekonstruiert, wie der Focus berichtet.

Die Badische Zeitung berichtete diese Woche erfrischend objektiv über das Projekt „Campus Galli“ in Meßkirch.
Ich muss gestehen, dass viele der immer wieder vorgebrachten Kritikpunkte für mich nicht nachvollziehbar sind. Wirklich skandalös finde ich jedoch – neben der offensichtlichen Verschwendung von Steuergeldern und den lahmen Ausreden, warum es gar nicht möglich sei, den eigenen, einst lauthals verkündeten Ansprüchen gerecht zu werden – den Umgang mit seriösen und sachkundigen Kritikern des Projekts. Da wird ein verdienter Blogger und Reenactor wie Hiltibold gleich zum „Erzfeind“ der Klosterstadt stilisiert …

Im Gemeinschaftsblog „Ordensgeschichte“ stehen nun die Berichte zu den einzelnen Sektionen der Doktorandentagung „Quo Vadis? Neues aus den Historishen Grundwissenschaften“ vom 18.-19. März 2015 zur Verfügung. Sehr interessanter Lesestoff, insbesondere in den Abteilungen „Lehre“ und „Promotion“.

Heinrich V. – Gescheiterter Hoffnungsträger oder hoffnungsloser Gescheiterter?“ lautet der Titel eines ausführlichen Beitrags von Christoph Gwisdeck auf Kurz!-Geschichte.

Seit der Einstellung des Blogs „Medieval Fragments“ schreibt der niederländische Buchhistoriker Erik Kwakkel auf „Medieval Books“ weiter über sein Lieblingsthema, das Schrift- und Buchwesen des Mittelalters. Aktuell geht er auf das Thema „Kurznachrichten vor SMS, Twitter & Co.“ ein (auf Englisch).

Manche Dinge ändern sich vermutlich nie: Skizzen eines Schülers aus dem 13. Jahrhundert (via medievalbooks.nl).

Manche Dinge ändern sich vermutlich nie: Skizzen eines Schülers aus dem 13. Jahrhundert (via medievalbooks.nl).