HistoFakt und Corona II

HistoFakt. Hier steht Impfen im Mittelpunkt.

17. Dezember 2021: Ab heute läuft im Museum für Franken auf der Marienfestung in Würzburg die neue Familienausstellung „Zeitreise Mittelalter“. Zur Eröffnung war eine besondere Veranstaltung geplant, an der u.a. HistoFakt mit Vorführungen zu den Kampfkünsten des Mittelalters beteiligt sein sollte.
Leider wurde auch dieser Termin nun kurzfristig abgesagt. Der Grund: Natürlich Corona!
Oder genauer gesagt: Die Tatsache, dass auch nach 18 Monaten Pandemie und rund ein Jahr nach Beginn der Impfkampagne noch immer die Zahl der Infektionen und Hospitalisierungen viel zu hoch, die Impfquote hingegen zu niedrig sind!

Neben Krankheit und Tod, Überlastung des Pflegesystems, Einkommensverlusten und wirtschaftlichem Ruin für viele Menschen hat diese Pandemie auch etliche erstaunliche Erkenntnisse gebracht: Nie im Leben hätte ich es etwa für möglich gehalten, dass ein so erschreckend hoher Anteil der Bevölkerung eines demokratischen Landes mit einem ordentlichen Bildungssystem, herausragenden Leistungen in Forschung und Wissenschaft und einer weit entwickelten Zivilgesellschaft nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse einfach verleugnen, sondern auch der Gemeinschaft jegliche Solidarität verweigern und den eigenen Egoismus über das Wohlergehen ihrer Mitmenschen stellen könnte!

Zu den weiteren Erkenntnissen zählt, dass die Politik quer durch die Parteien Kultur offenbar als nicht systemrelevanten Luxus erachtet, und dass man als Solo-Selbständiger wahrhaft auf sich allein gestellt ist und keinerlei Unterstützung von staatlichen Institutionen zu erwarten hat.

Nun geht das zweite Corona-Jahr zu Ende, und das bedeutet für mich: Das zweite Jahr, in dem nur ein Drittel meiner geplanten Kurse durchgeführt werden konnte, in dem Vorführungen, Vorträge, Klassenfahrten etc. entweder gar nicht erst gebucht oder mehr oder weniger kurzfristig abgesagt wurden – das zweite Jahr, in dem ein Großteil meines Jahreseinkommens einfach ersatzlos weggefallen ist!
Im März 2020, zu Beginn der Krise schrieb ich hier im Blog:

„Große Sorgen mache ich mir aber um die wirtschaftlichen Folgen der Krise. Momentan ist für mich überhaupt nicht absehbar, ob und wie ich die genannten Einkommensverluste auffangen kann, und sollten die bisherigen Maßnahmen noch verschärft oder bis über den 15. Juni hinaus verlängert werden, dürfte dies das Ende meiner nunmehr 14 Jahre währenden, bislang recht erfolgreichen Selbständigkeit bedeuten.“

Ganz so weit ist es bislang zum Glück noch nicht gekommen – allerdings nur dank eines Privatkredits und weil der Webshop weiterhin Umsätze generiert, nicht etwa, weil Bundes- oder Landesregierung meinen Wunsch nach schneller, unbürokratischer Hilfe erhört hätten.

Diesen Beitrag schreibe ich aber nicht, um zu jammern und zu klagen. Es gab auch positive Entwicklungen: Ich konnte 2021 mehr Artikel veröffentlichen als in den drei Jahren zuvor, die Nachfrage nach Transkriptionen und Übersetzungen blieb weiterhin hoch, neue Kontakte bieten Perpektiven für eine Zeit „nach Corona“.
Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, dass es im kommenden Jahr weitergehen kann und sich die Situation für Veranstaltungen wieder bessern wird. Dazu können letztlich wir alle mit recht einfachen Maßnahmen beitragen. Daher meine Wünsche für Weihnachten und das neue Jahr:

  • Bitte schränken Sie weiterhin Ihre persönlichen Kontakte ein;
  • Bitte achten Sie in sozialen Sitationen weiterhin auf Abstand und tragen Sie eine medizinische oder FFP2-Maske;
  • Bitte lassen Sie sich testen, auch wenn das für bestimmte Situationen nicht vorgeschrieben ist;
  • Und bitte, bitte lassen Sie sich impfen!

Gemeinsam lassen sich die oben geschilderten Folgen dieser Pandemie – Krankheit und Tod durch eine vermeidbare Krankheit, Überlastung des Pflegesystems, Einkommensverluste und wirtschaftlicher Ruin für viele Menschen insbesondere in den Bereichen Kultur, Einzelhandel und Gastronomie –  vielleicht abwenden oder zumindest abmildern, und wir Alle haben eine Chance, bald wieder zu einem „normalen“ Leben zurückkehren zu können!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes Weihnachtsfest, geruhsame Feiertage und einen guten Start in ein gesundes neues Jahr!

HistoFakt gönnt sich vom 23.12.2021 bis 2.1.2022 eine dringend benötigte Auszeit. In dieser Zeit ist das Büro nicht besetzt, E-Mail werden nur sporadisch abgerufen. Bestellungen über den Shop sind weiterhin möglich und werden ab dem 3. Januar so schnell wie möglich bearbeitet.

Jan H. Sachers M.A.

 

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