Fundstücke KW 26

Wahrscheinlich führte nicht die Liebe zum Brettspiel im Frühmittelalter zu verstärktem Walfang, wie Der Standard schreibt. Sondern durch die erhöhte Fangquote stand mehr Knochenmaterial zum Schnitzen zu Verfügung, das dann u.a. zu Spielsteinen verarbeitet wurde. Aber das lässt sich ausführlicher in der Studie im European Journal of Archaeology nachlesen.

In Forachheim haben Archäologen Skelette gefunden, direkt neben dem Rathaus, wo schon lange ein mittelalterlicher Friedhof vermutet wurde. Unklar ist jedoch, warum der Fundort mit Absperrungen, Fotografierverbot und Nachrichtensperre geschützt werden muss, findet inFranken.de.

Wozu im 21. Jahrhundert noch Mittelalterforschung betreiben? Kurzfassung der Antwort, die Michel Pauly im Mittelalter-Blog gibt: Weil noch immer genügend Blödsinn über die Epoche geglaubt, verbreitet und zur Argumentation missbraucht wird!

Erstaunliche Entdeckung im Kloster Wedinghausen (Kreis Arnsberg, NRW): Die Grabkammer der Stifterfamilie ist mit Wandmalereien verziert. Die ausführliche Meldung findet sich auf archaeologie-online.de.

Im Zentrum von Minden haben Archäologen Steinfundamente aus dem Mittelalter gefunden, die nun gründlich untersucht werden, meldet archaeologie-online.de.

Und noch einmal archaeologie-online.de: In Ehingen an der Donau wurden die seit November 2017 ausgeführten Grabungen im Stadtzentrum nun mit interessanten Erkenntnissen abgeschlossen werden.

Was macht ein Kakadu im mittelalterlichen Sizilien? Und vor allem: Wie ist er dorthin gekommen – von Australien? Spektrum.de berichtet über die Forschungen von Heather Dalton. Interessanterweise ignorieren beide Publikationen, dass Ragnar Kinzelbach das dargestellte Tier bereits 2007 als Gelbhaubenkakadu identifizierte und auf eine ältere Darstellung des Vogels auf der Ebstorfer Weltkarte verwies. Zudem schreibt er (in „Von der Kunst mit Vögeln zu jagen“. Das Falkenbuch Friedrichs II. Kulturgeschichte und Ornithologie, Stuttgart 2007, S. 118ff.):

„Erste Begegnungen erfolgten in der Antike. Römische Reichsangehörige trafen weiße Kakadus in der Gegend von Arakan, die wohl vom Archipel nach Burma gebracht worden waren. Weiterhin soll es aus ptolemäischer Zeit die Bronze eines Kakadus geben […]“

Glückwunsch nach Konstanz: Der Südkurier gratuliert dem Archäologischen Landesmuseum (ALM) zum 25jährigen Bestehen.

Herzlichen Glückwunsch auch nach Schleswig: Haithabu und das Danewerk wurde diese Woche in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, wie der NDR berichtet.

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