Fundstücke KW 9

„Zwei Jahre wissenschaftliche Arbeit auf Hartz-IV-Niveau, ohne Krankenversicherung oder Beiträge in der Rentenkasse.“

Ein solch eigentlich skandalöses Stellenangebot wie das der Landesarchäologie Hessen ist leider für unzählige Kultur-, Geistes- oder Gesellschaftswissenschaftler in Deutschland traurige Realität. Und von einer Befristung auf zwei Jahre können viele wissenschaftliche Hilfskräfte und manche Akademiker des Mittelbaus sogar nur träumen … Der Spiegel schreibt über die alltägliche Ausbeutung von Doktoranden. Die DGUF kritisiert die Stellenausschreibung der Landesarchäologie Hessen.
(Siehe auch die Beiträge in den Fundstücken KW 7-8.)

Vielleicht kann die Gründung eines Berufsverbands professioneller Archäologen dazu beitragen, die Situation zumindest für diese Berufsgruppe zu verbessern? Die DGUF lädt zu einer Tagung zu diesem Thema ein, vorab soll eine Online-Diskussion Positionen, Bedürfnisse und Anforderungen klären.

„Mittelniederdeutsche Mariengebete in Gebetbüchern aus den Augustiner-Chorfrauenstiften Heiningen bei Wolfenbüttel und Marienberg vor Helmstedt“ – Ein Beitrag von Hanne Griessmann in der Reihe „1000 Worte Forschung“ auf mittelalter.hypotheses.org.

Das in der Bibliothek der Leicester Cathedral aufbewahrte Stundenbuch König Richards III. ist vollständig digitalisiert und online verfügbar.

Ein Historiker rezensierte im vergangenen Jahr auf der renommierten Plattform HSozKult die jüngste Publikation eines Kollegen. Dieser fühlte sich durch einen Halbsatz (!) dieser durchaus ausgewogenen Kritik so angegriffen, dass er, anstatt in einer offenen Diskussion darauf mit Argumenten zu reagieren und seine wissenschaftliche Positionen zu verteidigen, durch eine Anwaltskanzlei Unterlassung forderte und Klage vor dem Landgericht Hamburg einreichte.
Um Kosten und weiteren Ärger zu vermeiden hat sich (die ehrenamtlich betriebene Plattform) HSozKult nun entschlossen, die Rezension offline zu nehmen und stattdessen eine Stellungnahme zu veröffentlichen.
Einen Kommentar zu dem gesamten ungeheuerlichen Vorgang hat auch Klaus Graf auf archivalia.hypotheses.org verfasst. Dem habe ich nichts hinzuzufügen, außer dem Ausdruck meines völligen Unverständnisses sowohl für das Vorgehen des kritisierten Autors als auch des (leider für seine weltfremden und restriktiven Urteile berüchtigten) Landgerichts Hamburg!

MeineOstalb.de berichtet über die 3. Tage lebendiger Geschichte, die vom Alamannenmuseum Ellwangen mit großem Erfolg veranstaltet wurden.

Das Heilbronner Museum im Deutschhof zeigt ab dem 25. März eine Ausstellung zu Alamannen und Franken im Südwesten.

Im Geschichtspark Bärnau-Tachov soll in den kommenden 20 Jahren eine Reisestation Kaiser Karls IV. mit historischen Werkzeugen, Methoden und Materialien – sowie reichlich öffentlichen Fördergeldern – errichtet werden. Hiltibold hat Projektleiter Stefan Wolters zu dem Vorhaben befragt.

Die Augsburger Baumeisterbücher sind ab sofort frei online zugänglich. Sie bieten einen einmaligen Einblick in das Rechnungswesen der Stadt Augsburg der Jahre 1320 bis 1466 und werden in einem von der DFG geförderten Projekt der Uni Mainz unter Prof. Dr. Jörg Rogge wissenschaftlich erschlossen, wie archaeologie-online.de meldet.

2 Gedanken zu „Fundstücke KW 9

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