Willkommen im Jahr 2026! Was wird es bringen? Niemand weiß es …
Aber dafür lässt sich immerhin festhalten, was sich vor 500 oder vor 1.000 Jahren ereignete, und welche Ereignisse, Erfindungen, Entwicklungen des Mittelalters in diesem Jahr ein Jubiläum begehen können.
Hier der jährlich traditionelle, subjektive, unvollständige und gnadenlos eurozentrische Überblick.
Vor mehr als 1.000 Jahren
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526: Am 18. Mai stirbt Papst Johannes I. in Ravenna, wenige Tage, nachdem er von Ostgotenkönig Theoderich dem Großen eingekerkert worden ist, an den Folgen der Haft. Grund der Inhaftierung war, dass die Reise Johannes’ nach Konstantinopel, wo er im Auftrag Theoderichs Kaiser Justin I. zu einer arianerfreundlicheren Politik bewegen sollte, fehlgeschlagen ist.Johannes‘ Nachfolger als Bischof von Rom wird Felix III.
20. Mai: Ein Erdbeben in Antiochia in Syrien tötet mindestens 250.000 Menschen und zerstört so gut wie alle Gebäude der Stadt. Nach dem Erdbeben folgt ein Feuer, das die verbliebenen Häuser und vor allem die von Konstantin I. erbaute Hauptkirche der Stadt, die „Große Kirche“ mit ihrer goldenen Kuppel, vernichtet. Auch Seleukeia Pieria, der Hafen der Stadt, wird angeblich zerstört. Das von verschiedenen Historikern überlieferte Beben gehört zu den schwersten dokumentierten Erdbeben. Es gibt Nachbeben bis zum 29. Mai.
Theoderich der Große stirbt am 30. August, sein Mausoleum ist zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch nicht zur Gänze fertiggestellt. Theoderichs zehnjähriger Enkel Athalarich tritt unter der Regentschaft seiner Mutter Amalasuntha die Nachfolge an, was einen Bruch der ostgotischen Tradition darstellt, dass der Regent ein Mann sein müsse. Das ostgotische Reich wird durch Theoderichs Tod stark geschwächt und wenige Jahre später von Ostrom erobert. Die mit den Ostgoten verbündeten Reiche der Burgunden und der Thüringer fallen bald darauf an die Franken. - 626: Konstantinopel wird durch die Awaren, Slawen und Perser belagert (Belagerung von Konstantinopel, 29. Juli bis 7. August).
Die letzten byzantinischen Besitzungen auf der iberischen Halbinsel gehen an die Westgoten verloren.
Edinburgh wird von Edwin von Northumbria gegründet.
Die Synode von Clichy regelt u. a. die Machtverteilung zwischen den Merowingern im Frankenreich neu.
Godinus, der Sohn des verstorbenen burgundischen Hausmeiers Warnachar, heiratet seine Stiefmutter Bertha, woraufhin Chlothar II. gegen ihn militärisch vorgeht. Godinus flieht mit Bertha zum austrasischen König Dagobert I., wird aber schließlich von Chlothar bei Chartres erschlagen. - 726: Beginn des Byzantinischen Bilderstreits: Kaiser Leo III. lässt in einem demonstrativen Akt die große, goldene Christusikone am Chalke-Tor seines Kaiserpalastes zerstören, was zu einem ersten Aufruhr in der Bevölkerung führt.
König Ine von Wessex tritt zurück und geht auf eine Pilgerreise nach Rom. Neuer König wird Æthelheard.
Eochaid III. wird König des iro-schottischen Reiches Dalriada.
Antwerpen wird erstmals erwähnt. - 826: Im Mai führt Euphemios, byzantinischer Admiral der sizilischen Themenflotte, einen Feldzug gegen das arabische Nordafrika. Weil er angeblich eine Nonne namens Homoniza aus dem Kloster entführt und geheiratet hat, fordert Kaiser Michael II. seine Bestrafung. Daraufhin stiftet er einen Aufstand auf Sizilien an. Er besiegt den Strategos und ruft sich zum Rex aus. Es gelingt ihm, Syrakus einzunehmen, aber dann wird er von kaisertreuen Truppen geschlagen. Er flüchtet nach Nordafrika und bittet die dort herrschenden Aghlabiden um Waffenhilfe.
Radolt von Verona gründet den Ort Radolfzell am Bodensee.
Otgar wird Erzbischof von Mainz als Nachfolger des Ende des Vorjahres gestorbenen Waltger.
Ansgar begleitet im Auftrag von Ludwig I. den getauften Dänenkönig Harald, um in Dänemark und Schweden die christliche Missionierung voranzutreiben. - 926: Der ostfränkische König Heinrich I. kann durch Zahlung von Tributen einen 10-jährigen Waffenstillstand mit den Ungarn schließen. In der Folge lässt Heinrich seine Rüstungsmaßnahmen gegen die Ungarn auf dem Reichstag von Ingelheim billigen und anschließend im ganzen Reich durchführen. Er erreicht auf dem Reichstag von Worms den endgültigen Verzicht König Rudolfs I. von Westfranken auf Lothringen.
Da der Frieden nur für Sachsen gilt, fallen die Ungarn wieder in Süddeutschland ein: Sie bestürmen Augsburg, das von Bischof Ulrich verteidigt wird. Am 1. Mai plündern sie Stadt und Kloster St. Gallen und ermorden die Einsiedlerin Wiborada. Herzog Arnulf von Bayern ist gezwungen, durch Tributzahlungen einen Frieden zu erkaufen.Der baden-württembergische Ort Waldsee wird im sogenannten Weißenburger Codex erstmals erwähnt, nachdem er im Zuge der Ungarneinfälle zerstört worden ist.
Herzog Burchard II. von Schwaben zieht zur Unterstützung seines Schwiegersohnes Rudolf II. von Burgund nach Italien. Er wird am 29. April bei Novara von Erzbischof Lambert von Mailand überfallen und verliert Schlacht und Leben. Auf ihn folgt Graf Hermann von Wetterau durch Belehnung als Herzog. Dieser heiratet Reginlinde, die Witwe Burchards II.
König Rudolf II. von Burgund und Italien gibt nach dem Tod Burchards II. Italien auf.
Graf Hugo von Vienne, Regent von Niederburgund, nimmt als Erbe seiner Mutter Bertha die Region Tuscien in Besitz. Er vertreibt mit Hilfe des Erzbischofs von Mailand König Rudolf II. und lässt sich in Pavia zum König von Italien krönen. Er schließt mit Papst Johannes X. in Mantua einen Beistandspakt.
Wolfram wird nach dem Tod von Dracholf Bischof von Freising. Er kann die wirtschaftliche Stabilisierung des Bistums erreichen und legt so den Grundstock für den späteren Aufstieg Freisings zum Hochstift.
1026 – vor 1.000 Jahren
- 26. Februar: Embrich wird als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Wirunt zum 5. Abt des Klosters Einsiedeln gewählt.
- 27. Februar: Tod von Heinrich V., Herzog von Bayern (* um 960)
- Anfang des Jahres zieht der ostfränkisch–deutsche König Konrad II. von seinem Winterlager in Aachen über Trier nach Augsburg und sammelt im Februar ein Heer für seinen ersten Italienzug. In seinem Gefolge befinden sich auch die Erzbischöfe Aribo von Mainz und Pilgrim von Köln. Konrads achtjähriger Sohn Heinrich wird mit Zustimmung der anwesenden Fürsten zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen und für die Zeit seiner Abwesenheit der Obhut und Erziehung des Bischofs Bruno von Augsburg anvertraut.
- Am 23. März befindet sich der Tross in Mailand und Konrad wird dort von Erzbischof Aribert mit der Eisernen Krone zum König von Italien gekrönt. Von Mailand zieht Konrad nach Vercelli, wo er am 10. April das Osterfest mit seinem Getreuen Leo von Vercelli feiert. Im Juni verweilt Konrad mit seinem Heer in Ravenna, wo es zu einem Kampf zwischen den einquartierten Fremden und den Ravennaten kommt. Konrad zieht sich nach Norden zurück, um die Gefährdung seines Heeres durch die Sommerhitze zu mindern. Zum Herbstbeginn verlässt Konrad sein Sommerlager und durchzieht das lombardische Tiefland von der Etsch bis an die burgundische Grenze. Weihnachten feiert er in Ivrea. Im Winter beenden die Markgrafen Oberitaliens ihre Opposition und treten mit Ausnahme Pavias auf die Seite des Königs.
- 29. Mai: Adelheid von Anjou, Gemahlin des späteren französischen Königs Ludwig V. (* um 950), stirbt.
- Hischam III. aus der Dynastie der Umayyaden wird nach langen Verhandlungen zwischen den Statthaltern der Grenzmarken und der Bevölkerung von Córdoba als neuer Kalif von Córdoba gewählt. Er kann jedoch nicht in die Stadt einziehen, weil sie von den Berbertruppen der Hammudiden unter dem in Málaga residierenden Yahya al-Mutali besetzt ist.
- Mit dem Tod von Otto Wilhelm am 21. September wird sein ältester überlebender Sohn Rainald I. Graf von Burgund.
1126 – vor 900 Jahren
- 10. Februar: Tod von Wilhelm IX., Herzog von Aquitanien (* 1071).
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18. Februar: Im Erbstreit um das Herzogtum Böhmen findet die Zweite Schlacht bei Chlumec (Kulm) statt. Der Premyslide Soběslav I. siegt dabei über seinen Kontrahenten Otto II. von Mähren, der in der Schlacht fällt. Der ihn mit einem Heer unterstützende römisch-deutsche König Lothar von Supplinburg gerät in Gefangenschaft.
- 3. März: Tod von Hartwig I., Bischof von Regensburg (* um 1070)
- 8. März: Urraca, Königin von León-Kastilien (* um 1080) stirbt. Nach dem Tod seiner Mutter übernimmt Alfons VII. die Regentschaft in Kastilien und León.
- 14. April: Geburt des Averroes, spanisch-arabischer Philosoph, Arzt und Mystiker († 1198).
- Die Almoraviden beginnen, Christen nach Marokko zu deportieren. Alfons I. von Aragón besiegt die Almoraviden in der Nähe von Lucena.
- Erzbischof Adalbero von Bremen entsendet Vizelin als Missionar zu den slawischen Abodriten.
- 30. Juli: Tod von Cécile de Normandie, Äbtissin der Frauenabtei Ste-Trinité in Caen (* um 1054).
- 12. November: Die Steinkirche des den Aposteln Peter und Paul gewidmeten und von Imar Ua h-Aedacháin gegründeten Klosters und späteren Augustinerchorherrenstifts in Armagh wird von dem Erzbischof Cellach Mac Aodh eingeweiht.
- 13. Dezember: Heinrich der Schwarze, Herzog von Bayern (* 1075), stirbt.
1226 – vor 800 Jahren
- 4. März (Aschermittwoch): Die Stadt Hamm wird als Folge der Strafaktionen nach der Ermordung des Reichsverwesers des Heiligen Römischen Reiches und Erzbischofs von Köln Engelbert von Berg im Vorjahr gegründet. Die Burg und Vorgängerstadt Nienbrügge etwa 1 km westlich von der Altstadt Hamm wurde als Besitz des als Hauptverschwörer angesehenen Grafen Friedrich von Isenberg durch dessen Vetter Adolf I. Graf von der Mark, Altena und Krieckenbeck im Auftrag der kölnischen Kirche zerstört, die Bürger und ihre Habe in das Ham – den Winkel zwischen Lippe und Ahse – umgesiedelt. Hamm wird als älteste Stadtgründung in der Grafschaft Mark deren Hauptstadt und bleibt bis ins 19. Jahrhundert Hauptsitz der Verwaltung des bedeutendsten weltlichen Territoriums in Westfalen.
- 6. März: Mailand erneuert mit Bologna, Brescia, Mantua, Padua, Vicenza und Treviso den Lombardenbund gegen Kaiser Friedrich II., der für Ostern einen Hoftag in Cremona einberufen hat. Piacenza, Verona, Alessandria und Faenza schließen sich dem Bündnis wenig später an. Der Bund verhindert durch Straßensperren Zusammenkünfte Friedrichs II. mit Reichsfürsten auf italienischem Gebiet und wird dafür wegen Behinderung des Kreuzzugsvorhabens mit dem päpstlichen Bann belegt.
- 7. März: Tod des William Longespée, englischer Magnat (* um 1167).
- 9. März: Dschalal ad-Din Mengübirti und die Choresm-Schahs erobern die georgische Hauptstadt Tiflis und begehen ein Massaker an der Bevölkerung. Königin Rusudan ist nach Westgeorgien geflohen.
- 26. März: In der Goldbulle von Rimini bestätigt Friedrich II. dem Deutschen Orden die Herrschaft über das Kulmer Land. Damit wird der Orden faktisch den Reichsfürsten gleichgestellt.
- 8./9. April: Konrad IV. von Frontenhausen, deutscher Graf, Bischof von Regensburg und Kanzler des Königs Philipp von Schwaben (* um 1170), stirbt.
- Mai: Mit Rückendeckung des päpstlichen Legaten Romano Bonaventura bricht der französische König Ludwig VIII. zu einem neuerlichen „Kreuzzug“ gegen Okzitanien auf, um es direkt der französischen Krondomäne einzuverleiben. Die meisten der durch den Albigenserkreuzzug ausgebluteten Städte und Grafschaften unterwerfen sich kampflos. Nur Raimund VII. von Toulouse nimmt neuerlich den Kampf auf. Ihm schließen sich die Städte Toulouse, Agen und später auch Avignon an.
- 7. Juni: Avignon verweigert den Kreuzrittern den Durchzug. Ludwig VIII. beginnt mit der Belagerung der Stadt, die im September kapitulieren muss. Nîmes, Beaucaire, Narbonne, Carcassonne, Montpellier und Pamiers ergeben sich kampflos. Auf eine Belagerung von Toulouse verzichtet Ludwig aufgrund seines durch Krankheiten geschwächten Heeres. Er macht sich auf den Weg zurück in den Norden, lässt jedoch ein Heer unter der Führung von Humbert de Beaujeau im Languedoc.
- Im Juni erwirbt Lübeck als erste deutsche Stadt mit der Reichsfreiheit auch das Münzrecht. Kaiser Friedrich II. stellt den Lübecker Reichsfreiheitsbrief in Fidenta in der Provinz Parma aus und übergibt ihn Sendboten des Rates der Stadt. Die Hansestädte gewinnen für den Handel an Bedeutung. Allerdings verlangt der Kaiser eine Abgabe vom Münzgewinn. Im Heiligen Römischen Reich entstehen in der Folge die unmittelbar dem Kaiser unterstellten Reichsstädte.
- 21. Juni: Geburt von Bolesław V., Herzog von Polen († 1279).
- Nachdem er sich am 26. Juni moralische Rückendeckung von Papst Honorius III. geholt hat, beginnt der dänische König Waldemar II. mit einem Rückeroberungsfeldzug gegen die norddeutschen Fürsten, insbesondere Heinrich von Schwerin, der ihn 1223 entführt hatte. Er marschiert zunächst in Dithmarschen ein.
- 3. Oktober: Tod des Franz von Assisi, Gründer des christlichen Franziskanerordens, Heiliger der katholischen Kirche (* 1181/1182).
- 8. November: Auf der Rückreise in den Norden stirbt Ludwig VIII. in Montpensier an einer Ruhrerkrankung. Auf dem Sterbebett lässt er die Großen seines Königreiches auf seinen noch unmündigen ältesten Sohn einschwören.
- 14. November: Friedrich von Isenberg wird als Anführer der Mörder des Erzbischofs von Köln und Reichsverwesers zu Köln vor dem Severinstor gerädert. Sein Cousin Adolf I. von der Mark bringt im Anschluss die isenbergischen Besitzungen in seine Gewalt. Das führt Jahre später zu den Isenberger Wirren, einer Fehde mit Dietrich von Altena-Isenberg.
- 24. November: Tod von William Brewer, englischer Adeliger, Beamter und Richter (* um 1145).
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Tod Ludwigs VIII. rechts daneben: die Krönung Ludwigs IX. im Hintergrund: die Belagerung von Avignon (Jean Fouquet).
29. November: Ludwig IX. wird mit 12 Jahren in Reims durch den Bischof von Soissons, Jacques de Bazoches, zum König gesalbt und gekrönt. Auf eine traditionelle Weihe durch den Erzbischof von Reims muss verzichtet werden, da seit dem Tod des Erzbischofs Guillaume de Joinville drei Wochen zuvor dieses Kirchenamt noch vakant ist. Die Regentschaft übernimmt Ludwigs Mutter Blanka von Kastilien, allerdings formiert sich eine starke Adelsopposition unter der Führung von Peter Mauclerc, Hugo X. von Lusignan und Graf Theobald IV. von Champagne, die der Krönung Ludwigs demonstrativ fernbleiben.
- Raimund von Toulouse erobert unter anderem Auterive und gewinnt Roger Bernard II. von Foix als Bundesgenossen. Dagegen erneuert der Erzbischof von Narbonne, Pierre Amiel, seine Exkommunizierung und Enteignung wie auch die seiner Verbündeten.
- Portugal unter König Sancho II. erleidet während der Reconquista gegen die Taifa-Königreiche in al-Andalus einen Rückschlag mit der Niederlage in der Schlacht bei Elvas gegen die Mauren. Er muss die Belagerung der von den Almohaden gehaltenen Stadt abbrechen.
- Znaim wird rund 80 Jahre nach seiner Zerstörung neu gegründet und vom böhmischen König Ottokar I. Přemysl zur Königsstadt erhoben.
- Die Klickmühle bei Hannover wird erstmals urkundlich erwähnt.
- Die Burg Hohenstein im Elsass wird erstmals urkundlich erwähnt.
- Der Bau von Burg Lahneck beginnt.
- 29. Dezember: Der Braunschweiger Dom wird nach 53-jähriger Bauzeit geweiht.
- Geburt der Gertrud von Babenberg, Herzogin von Mödling, Titularherzogin von Österreich und der Steiermark und Markgräfin von Baden († 1288).
- Geburt der Maria von Brabant, Herzogin von Bayern und Pfalzgräfin bei Rhein († 1256.
1276 – vor 750 Jahren
Das Jahr 1276 ist das bislang einzige Vierpäpstejahr der Geschichte. Nach dem Tod von Gregor X. folgen ihm Innozenz V., Hadrian V. und schließlich Johannes XXI. auf den Thron Petri.
- 10. Januar: Tod von Papst Gregor X. (* 1210).
- Im Süden Böhmens bricht ein Adelsaufstand der Witigonen unter Boresch II. von Riesenburg und Zawisch von Falkenstein gegen König Ottokar II. Přemysl aus, der durch die im Vorjahr gegen ihn verhängte Reichsacht geschwächt ist.
- Auf den norwegischen Thingversammlungen wird das Bylov (Stadtrecht) verabschiedet.
- 9. März: Durch ein Privileg von König Rudolf von Habsburg erhält Augsburg die Befugnis des Stadtrechts und wird damit Freie Reichsstadt.
- In Wien brechen innerhalb kurzer Zeit gleich dreimal – am 28. März, 16. April und 30. April – Feuersbrünste aus, die insgesamt rund zwei Drittel der Stadt zerstören.
- 22. Juni: Tod von Innozenz V., Papst (* 1225).
- Ratingen und Warstein erhalten die Stadtrechte.
- Kaiserslautern und Germersheim werden Freie Reichsstadt.
- Der Deutsche Orden gründet die Ordensburg Marienburg.
- Papierherstellung kommt nach Italien: In Fabriano geht eine der frühesten Papiermühlen im Abendland in Betrieb.
- Unter dem machtlosen König Ladislaus IV. wütet ein Bürgerkrieg in Ungarn zwischen den Adelsfamilien der Csák und der Kőszegi: Péter Csák zerstört mit seinen Truppen die Stadt Veszprém.
- 27. Juli: Jakob I., König von Aragón (* 1208).
- Jaume II. ruft das Königreich Mallorca aus. Dieses erhält die Hoheit über Montpellier.
- 18. August: Tod von Hadrian V., Papst (* um 1205).
- 19. September: Die Feldzüge Rudolfs I. gegen Ottokar II. Přemysl beginnen: Steiermärkische und Kärntner Adelige leisten im Stift Rein bei Graz den Reiner Schwur, mit dem sie Rudolf von Habsburg Treue schwören. Ottokar II. von Böhmen verliert damit die Herrschaft über die Steiermark und Kärnten.
- Auf die Belagerung Wiens zwischen dem 18. Oktober und 25. November durch Rudolf von Habsburg folgt die Kapitulation der Stadt. Ottokar verliert auch die Herrschaft über Österreich.
- Hochgotische Westfassade des Straßburger Münsters mit reicher Plastik der Portale und großer Fensterrose (13,5 m). Der Anteil von Dombaumeister Erwin von Steinbach daran ist umstritten.
- Raimundus Lullus gründet die Missionsschule von Miramar auf Mallorca, an der christlichen Predigern Arabisch gelehrt wird, um die arabische Welt zu missionieren.
- Siger von Brabant, erster und führender Vertreter des sogenannten lateinischen Averroismus, wird wegen Häresie angeklagt und verliert sein Lehramt an der Artistenfakultät der Universität Paris.
- November: König Edward I. von England erklärt seinen Vasallen Llywelyn ap Gruffydd, den Fürsten von Wales und Gwynedd, zum Rebellen. Er bereitet einen Feldzug gegen Llywelyn im nächsten Jahr vor.
- In den von Alfons X. von Kastilien initiierten Libros del saber de astronomía (/1277) (Alfonsinische Tafeln) beschäftigen sich einige Bücher (‚Kapitel‘) mit der Konstruktion von Uhren wie der mit Astrolabzifferblatt (s. Astrolabium), die durch kreisförmig auf einer Welle angeordnete Quecksilberkammern reguliert worden sein soll.
- Geburtsjahr von Rudolf II., Graf von Herrenberg († 1316).
- Wahrscheinliches Geburtsjahr von William Latimer, 2. Baron Latimer, englischer Adliger, Militär und Verwalter († 1327).
1326 – vor 700 Jahren
- 18. Januar: Tod des Robert Fitzwalter, englischer Adeliger und Militär (* 1247).
- 19. Januar: Tod des Roger Beler, englischer Ritter, königlicher Richter und Beamter.
- 28. Februar: Tod von Leopold I. von Habsburg, Herzog von Österreich und der Steiermark (* 1290).
- 3. März: Ein Friede der Heringe genannter Vertrag beendet den mehrere Monate währenden Krieg der vier Herren im Herzogtum Lothringen.
- 5. März: Geburt von Ludwig I., König von Ungarn und Polen († 1382).
- 26. März: Tod von Alessandra Giliani, Italienerin, die angeblich als erste Frau als Anatomin oder Pathologin gearbeitet hat (* 1307).
- 6. April: Orhan, der Sohn des Sultans Osman I., erobert die kleinasiatische Stadt Bursa. Sie wird ab diesem Zeitpunkt zur Hauptstadt des Osmanischen Reichs.
- April: Tod der Blanka von Burgund, Königin von Frankreich und Navarra (* 1295).
- 8. Mai: geburt von Johanna I., Königin von Frankreich († 1360).
- Halberstadt, Quedlinburg und Aschersleben gründen den Halberstädter Dreistädtebund.
- König Karl I. von Ungarn gründet den Sankt-Georg-Ritterorden zur Festigung seiner Macht.
- An der University of Cambridge wird Clare College als zweites College nach Peterhouse gegründet.
- In Geseke werden erstmals Schnadbäume erwähnt.
- Frühsommer: Heinrich II. von Virneburg, Erzbischof von Köln, eröffnet den Prozess gegen Meister Eckhart.
- Der Metropolit von Kiew, Peter, verlegt seinen Sitz nach Moskau. Durch seine Entscheidung, den Sitz des Oberhauptes der russischen Kirche nach Moskau zu verlegen, hat er entscheidenden Anteil an der politischen Aufwertung dieses ursprünglich unbedeutenden Fürstensitzes im Nordosten.
- König Christoph II. von Dänemark wird von einer Koalition von aufständischen Adeligen unter der Führung des Holsteiner Grafen Gerhard III. aus dem Haus der Schauenburger besiegt und flieht außer Landes. Gerhard erhebt seinen zwölfjährigen Neffen Waldemar III., den Sohn des Herzogs Erich II. von Schleswig zum dänischen König. Am 15. August lässt er sich dafür von diesem mit dem Herzogtum Schleswig belehnen. Schleswig und Holstein sind damit erstmals unter einem Herrscher vereinigt.
- Der Rügische Erbfolgekrieg, eine Auseinandersetzung zwischen dem Herzogtum Pommern und dem Herzogtum Mecklenburg um die Nachfolge im Fürstentum Rügen nach dem Tod Wizlaws III., des letzten Fürsten von Rügen, beginnt.
- 15. September: Gebirt der Yolande von Flandern, Regentin der Grafschaft Bar († 1395).
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24. September: Die englische Königin Isabelle landet mit einem kleinen Heer in Südostengland, um die Günstlingsherrschaft der Despensers, der Günstlinge ihres Mannes König Eduard II. zu beenden. Die Herrschaft des Königs bricht rasch zusammen, und der König flieht mit den Despensers nach Westen.
- 26. September: Eckhart verteidigt sich mit seiner Responsio vor den Kommissaren des Inquisitionsgerichts.
- 15. Oktober: Tod des Walter Stapeldon, englischer Geistlicher, Diplomat und Minister, Bischof von Exeter (* vor 1265).
- 16. November: Der englische König Edward II. wird in Südwales gefangen genommen, nachdem seine Herrschaft nach der Invasion eines Heeres unter Führung seiner Frau Isabelle de France und ihres Geliebten Roger Mortimer, 1. Earl of March zusammengebrochen ist.
- 24. November: Hugh le Despenser der Jüngere, Günstling von Eduard II. von England (* 1286), stirbt.
- Vermutlich im November erfolgt der bis heute nicht restlos aufgeklärte Raub des Schatzes von König Eduard II.
- 20. Dezember: Peter, Metropolit von Kiew und der ganzen Rus (* ca. 1260), der den Metropolsitz nach Moskau verlegt hatte, stirbt.
- Die erste Ordensgeschichte der Franziskaner, Historia septem tribulationum des Angelus Clarenus, entsteht.
- Seegfrörni: Der Bodensee ist komplett zugefroren.
- Geburtsjahr der Beatrix von Sizilien-Aragon, Pfalzgräfin bei Rhein († 1365).
- Geburtsahr von Charles de la Cerda, Connétable von Frankreich und Graf von Angoulême († 1354).
- Todesjahr von Mondino dei Luzzi, italienischer Anatom und Professor der Medizin (* um 1275), und von Wilhelm von Brescia, italienischer Mediziner und Professor (* 1250).
1426 – vor 600 Jahren
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13. Januar: In der Schlacht von Brouwershaven im Haken-und-Kabeljau-Krieg besiegt Herzog Philipp der Gute von Burgund das von ihrem Gatten Humphrey, Duke of Gloucester, unterstützte Heer der Jakobäa von Bayern entscheidend. Die verheerende Niederlage bedeutete das Ende von Jakobäas Kampf.
- 3. Februar: Pfalzgraf Johann I. von Neumarkt und seine Gattin Katharina gründen das Kloster Gnadenberg im Bistum Eichstätt.
- Februar: König Sigismund beruft einen Reichstag nach Wien ein.
- Februar: Geburt von Christian I., König von Dänemark, Norwegen und Schweden († 1481).
- 12. März: Tod der Katharina von Pommern-Stolp, Gräfin von Pfalz-Neumarkt, Schwester von Erik VII. und Mutter von Christoph III., beide Könige von Dänemark, Norwegen und Schweden (* 1384).
- ab März: Mehrere Heerhaufen der Hussiten dringen während der Hussitenkriege ins Weinviertel vor.
- 26. April: Geburt der Margarethe von Rodemachern, deutsche Adelige und Büchersammlerin († 1490).
- Frühjahr: Hussiten fallen in Mähren ein und dringen bis Böhmen vor.
- Mai: Der Reichstag in Nürnberg ist ebenso schlecht besucht wie der in Wien.
- 26. Mai: Die ersten Einheiten der Hussiten treffen vor Aussig ein. In den darauffolgenden Wochen wird die zur Mark Meißen gehörende Stadt belagert und von der Außenwelt abgeschnitten. Zwar gibt es auf der Seite der Hussiten keinen Oberbefehlshaber, es ist jedoch davon auszugehen, dass die Gruppen von einem Ältestenrat koordiniert werden, dem auch der Taborit Andreas Prokop angehört.
Die Stadt wird täglich beschossen, die Bevölkerung unter Jakob von Wresowitz leistet jedoch erbitterten Widerstand, da sie auf Entsatz hofft, der schließlich, organisiert von Markgräfin Katharina aus Truppen der Markgrafschaft Meißen, dem Herzogtum Sachsen, der Landgrafschaft Thüringen und der Oberlausitz am 11. Juni Richtung Böhmen marschiert. Das angeblich 36.000 Mann starke Entsatzheer teilt sich in mehrere Gruppen auf. Die eine kommt über den Janauer Weg bei Brüx, die zweite überschreitet die Grenze bei Ossegg, der dritte Strom kommt über Graupen und Teplitz. - 15. Juni: Am frühen Abend kommt die sächsische Armee ausgehungert und übermüdet bei Karbitz an, wo sie auf vorgezogene Posten der Hussiten trifft. Diese postieren sich auf der Anhöhe Na Běhání etwa zehn Kilometer vor Aussig, auf der sie eine Wagenburg aufbauen. Der Proviantmangel zwingt den Meißner Befehlshaber zu einem sofortigen Angriff bereits am nächsten Tag, einem Sonntag.
- 16. Juni: Die Hussiten besiegen in der Schlacht bei Aussig das ausgehungerte und übermüdete sächsisch-thüringische Entsatzheer vernichtend, wobei tausende Kämpfer fallen. Viele Deutsche geraten nach der Schlacht in Gefangenschaft und auch, als anschließend die belagerte Stadt fällt. Deren Bewohner flüchten vor einem Massaker der Eroberer unter ihrem Anführer Andreas Prokop.
- 17. Juni: Die Vertreter mehrerer Harden in Nordfriesland, die sich durch den jahrzehntelangen Streit zwischen den Schauenburger Fürsten und Dänemark um das Herzogtum Schleswig in ihrer Eigenständigkeit bedroht sehen, versammeln sich in der Kirche St. Nicolai auf Föhr in Boldixum für eine gemeinsame Vorgangsweise. In der daraus entstehenden Siebenhardenbeliebung wird das nordfriesische Recht erstmals aufgezeichnet. Sie wird von den Vertretern von Pellwormharde, Beltringharde, Wrykesharde, Osterland Föhr, Sylt, Horsbüllharde und Bökingharde beschlossen. Ohne Mitwirkungsrechte nehmen an der Versammlung überdies Abgesandte aus der Lundenbergharde und der Edomsharde teil. Im gleichen Jahr entsteht auch die Krone der rechten Wahrheit, eine Beliebung, in der Rechtsnormen für das friesische Dreilande aufgezeichnet sind.
- 4. Juli: Geburt von Ulrich Rösch, Abt des Klosters St. Gallen († 1491).
- Juli: Hildebrand Veckinchusen, hansischer Kaufmann (* um 1370), stirbt.
- 4. September: Geburt von Wolfgang III. Kämmerer von Worms, Hofmarschall († 1476).
- 18. September: Hubert van Eyck, flämischer Maler (* um 1370), gestorben.
- Die Schlacht von Detern am 27. September ist der Auftakt der Ostfriesischen Befreiungskriege gegen die Herrschaft der tom Brok über Ostfriesland. In der Schlacht besiegt ein bäuerlich ostfriesisches Heer unter Focko Ukena die von Ocko II. tom Brok zur Hilfe gerufenen Oldenburger, den Erzbischof von Bremen und die Grafen von Hoya, Diepholz und Tecklenburg mit ihrem bremisch-oldenburgischen Ritterheer vernichtend. Die Grafen Johann von Rietberg und Konrad von Diepholz fallen und der Erzbischof von Bremen gerät in Gefangenschaft.
- Der spätere Markgraf Jakob I. von Baden lässt am Fremersberg das Kloster Fremersberg errichten (1826 aufgegeben).
- Die Herzöge von Teck stiften das Heilig-Geist-Spital in Mindelheim.
- Geburtsjahr von Jean II. de Bourbon, Herzog von Bourbon und Auvergne († 1488).
- Geburtsjahr von James Douglas, schottischer Adliger, 9. Earl of Douglas († 1491).
- Geburtsjahr des Wilhelm von Reichenau, Fürstbischof von Eichstätt († 1496).
- Geburtsjahr der Costanza Varano, italienische Humanistin, Gelehrte und Schriftstellerin († 1447).
- 31. Dezember: Tod von Thomas Beaufort, 1. Duke of Exeter und Lordkanzler von England (* 1377).
1526 – vor 500 Jahren
Im Jahr 1526 neigt sich der Deutsche Bauernkrieg seinem Ende zu. Nur noch in Salzburg und Tirol gibt es nennenswerte Aufstände und auch diese werden bis zum Sommer niedergeschlagen.
- 14. Januar: König Karl V. und der gefangene französische König Franz I. schließen knapp ein Jahr nach der Schlacht bei Pavia den Frieden von Madrid. Der französische König verzichtet darin auf Neapel und Mailand und sichert die Rückgabe Burgunds zu. Nach seiner Freilassung bricht er den Vertrag.
- 21. Januar: Tod der Apollonia von Wiedebach, sächsische Adlige und Stifterin (* 1470).
- Januar: Zwischen dem Fürststift Kempten und seinen Untertanen wird der Memminger Vertrag geschlossen, der den Bauern vom weltlich-geistlich regierten Fürststift gewisse Rechte gewährt. Der größte Vorzug für die Bauern ist dabei das Ende der willkürlichen Steuer- und Gebührenentscheide des Fürstabts.
- 31. Januar: Tod der Elisabetta Gonzaga, Herzogin von Urbino (* 1471).
- 27. Februar: Als Reaktion auf den Dessauer Bund mehrerer katholischer Fürsten schließen Kurfürst Johann der Beständige von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen in Gotha ein Verteidigungsbündnis, dem sich im Sommer eine Reihe weiterer Fürsten anschließen, darunter die Herzöge von Preußen, Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow sowie Braunschweig-Lüneburg und Braunschweig-Grubenhagen (Torgauer Bund).
- 4. März: Hans Judenkönig, österreichischer Lautenspieler (* um 1450), stirbt.
- 10. März: Der deutsche König Karl V., zugleich als Carlos I. König von Spanien, heiratet in Sevilla Isabella von Portugal, die Schwester des portugiesischen Königs Johann III. Der Hochzeit sind jahrelange Verhandlungen über kolonialpolitische Streitigkeiten und über die Höhe der Mitgift vorausgegangen. Wegen des engen Verwandtschaftsverhältnisses der beiden benötigen sie einen Dispens, den Papst Clemens VII. erteilt. Obwohl die Heirat des Kaiserpaars rein politisch motiviert ist, verlieben sich die Eheleute rasch ineinander und führen eine äußerst glückliche Ehe. Im Sommer übersiedelt das Paar nach Granada und logiert bis Jahresende in der Alhambra. Der Kaiser wird deshalb sogar von Mitgliedern des Staatsrates gerügt, seine Flitterwochen nicht zu lange auszudehnen.
- April: Nachdem das Königreich Ungarn Tributzahlungen verweigert hat, marschiert ein osmanisches Heer von angeblich 50.000 bis 60.000 Mann unter Sultan Süleyman I. von Belgrad aus Richtung Buda.
- 20. April: Geburt von Ulrich Fugger, deutscher Humanist († 1584).
- 26. April: Geburt von Matthias Stoius, deutscher Mathematiker und Mediziner († 1583).
- 9. Mai: In seinem Entwurf einer neuen Tiroler Landesordnung konzipiert der Bauernführer Michael Gaismair einen egalitären, christlich-demokratischen Knappen- und Bauernstaat. Er sammelt im Anschluss Getreue um sich und unterstützt den Bauernaufstand in Salzburg.
- 22. Mai: Die Liga von Cognac gegen Kaiser Karl V. wird gebildet, deren Hauptbeteiligte der französische König Franz I. und Papst Clemens VII. sind. Wenig später beginnt der zweite Krieg zwischen Franz I. und Karl V. Die Truppen der Liga marschieren unter der Führung des Herzogs von Urbino Francesco Maria I. della Rovere im Herzogtum Mailand ein. Die kaiserlichen Truppen in der Lombardei befinden sich zu diesem Zeitpunkt in einer militärisch schwachen Position: sie sind zahlenmäßig nicht stark, der Sold steht seit langem aus und bei der einheimischen Bevölkerung sind sie verhasst. Georg von Frundsberg, der Sieger von Pavia, sammelt daraufhin in kaiserlichem Auftrag ein Landsknechtheer und zieht mit 20.000 Mann gegen die päpstlichen Truppen, die er am Jahresende bei Brescia schlägt.
- 31. Mai: Cord Broyhan erfindet in Hannover das Broyhan-Bier. Dieses hellbraune, obergärige Bier wird rasch zu einem Exportschlager der Stadt, der ihr eine wirtschaftliche Blüte beschert.
- Mai/Juni: Während er Radstadt belagert, schlägt Michael Gaismair erfolgreiche Gefechte gegen heranrückende Heere.
- 8. Juni: Die am 19. Mai begonnene Badener Disputation in der Schweiz geht zu Ende. Die katholische Seite mit ihrem Wortführer Johannes Eck setzt sich gegenüber reformatorischen Argumenten, die Johannes Oekolampad und Berchtold Haller als Vertreter Ulrich Zwinglis vorbringen, durch. Neun Stände der Tagsatzung entscheiden sich für den alten, vier für den neuen Glauben.
- 12. Juni: Dem Torgauer Bund treten mit dem Magdeburger Vertrag weitere norddeutsche Fürsten protestantischen Glaubens bei, was den politischen Einfluss der Vereinigung in der Zeit der Reformation stärkt.
- 25. Juni: Der Bundstag der Drei Bünde beschließt die zweiten Ilanzer Artikel.
- 1. Juli: Die Pinzgauer Aufständischen erleiden bei Zell am See eine Niederlage gegen die Truppen des Schwäbischen Bundes.
- 2. Juli: Michael Gaismair und sein Bauernheer erleiden in der Schlacht bei Radstadt eine vernichtende Niederlage. Damit endet der Bauernkrieg in Tirol. Gaismair entkommt über die Alpen nach Venetien.
- 31. Juli: Geburt von August I., Kurfürst von Sachsen († 1586).
- 27. August: Der Reichstag zu Speyer beschließt in der Religionsfrage den Reichsständen zu erlauben, für sich also zu leben, zu regieren und zu halten, wie ein jeder solches gegen Gott, und Käyserl. Majestät hoffet und vertraut zu verantworten. Damit ist das Wormser Edikt faktisch aufgehoben; eine endgültige Entscheidung wird einem noch einzuberufenden Nationalkonzil vorbehalten.
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29. August: Die Türken unter Süleyman dem Prächtigen siegen in der Schlacht bei Mohács über die Ungarn. Ludwig II., König von Ungarn und Böhmen, ertrinkt auf der Flucht.
- 10. September: Die Osmanen erobern Buda. Am 25. September wird Pest in Brand gesteckt. Danach rückt das osmanische Heer über Belgrad wieder ab. Nur in den Grenzfestungen liegen noch osmanische Truppen.
- 26. September: Geburt von Wolfgang, Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken sowie Herzog von Pfalz-Neuburg († 1569).
- 16. Oktober: Ludwigs Onkel Johann Zápolya wird in Tokaj von einer Mehrheitsvertretung des niederen und mittleren weltlichen Adels und der hohen Geistlichkeit zum König von Ungarn gewählt. Seine Wahl wird von einer weiteren Versammlung in Stuhlweißenburg am 10. November bestätigt und er wird am folgenden Tag als Johann I. mit der Stephanskrone gekrönt.
- 19. Oktober: Beginn der von Landgraf Philipp von Hessen einberufenen Homberger Synode; sie beschließt die Einführung einer evangelischen Landeskirchenordnung für die Landgrafschaft. Die hessischen Klöster werden säkularisiert, die Predigt nach lutherischer Lehre vorgeschrieben; erstmals werden auch Kirchenbücher angelegt.
- 16. Dezember: Ludwigs Schwager Ferdinand I. aus dem Haus Habsburg, der am 22. Oktober von einer Ständeversammlung bereits zum König von Böhmen gewählt wurde, wird von den Ständen in Preßburg zum König von Ungarn gewählt. Zu den wenigen ungarischen Unterstützern Ferdinands zählen prominente hohe Adelige, vor allem aus Westungarn. Im folgenden Jahr kommt es zum Bürgerkrieg in Ungarn.
- Philipp Melanchthon gründet in Nürnberg das erste Gymnasium, das später nach ihm benannte Melanchthon-Gymnasium Nürnberg.
- Die Firma Beretta wird das erste Mal urkundlich erwähnt, als der lombardische Büchsenmacher Bartolomeo Beretta einen großen Auftrag über Arkebusenläufe für das städtische Arsenal von Venedig erhält.
- Albrecht Dürer vollendet die beiden zusammenhängenden Gemälde Die vier Apostel, sein letztes großes malerisches Werk.
- Albrecht Altdorfer malt in Öl auf Holz das Bild Susanna und die beiden Alten.
- Der nicht fertiggestellte Triumphzug Kaiser Maximilians wird erstmals gedruckt. An der Serie aus Einzelblättern waren viele Künstler (darunter Albrecht Altdorfer, Hans Burgkmair d. Ä., Leonhard Beck, Hans Schäufelin, Albrecht Dürer, Hans Springinklee) beschäftigt, die sich im Großen und Ganzen an die Miniaturvorlagen von Jörg Kölderer zu halten hatten. Beim Tod Kaiser Maximilians 1519 wurden die Arbeiten beiseite gelegt. Die schwarzen Spruchbänder bezeugen die Unvollständigkeit des Werkes.






