Jahrestage mittelalterlicher Geschichte 2026

Willkommen im Jahr 2026! Was wird es bringen? Niemand weiß es …
Aber dafür lässt sich immerhin festhalten, was sich vor 500 oder vor 1.000 Jahren ereignete, und welche Ereignisse, Erfindungen, Entwicklungen des Mittelalters in diesem Jahr ein Jubiläum begehen können.

Hier der jährlich traditionelle, subjektive, unvollständige und gnadenlos eurozentrische Überblick.

Vor mehr als 1.000 Jahren

1026 – vor 1.000 Jahren

  • 26. Februar: Embrich wird als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Wirunt zum 5. Abt des Klosters Einsiedeln gewählt.
  • 27. Februar: Tod von Heinrich V., Herzog von Bayern (* um 960)
  • Anfang des Jahres zieht der ostfränkischdeutsche König Konrad II. von seinem Winterlager in Aachen über Trier nach Augsburg und sammelt im Februar ein Heer für seinen ersten Italienzug. In seinem Gefolge befinden sich auch die Erzbischöfe Aribo von Mainz und Pilgrim von Köln. Konrads achtjähriger Sohn Heinrich wird mit Zustimmung der anwesenden Fürsten zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen und für die Zeit seiner Abwesenheit der Obhut und Erziehung des Bischofs Bruno von Augsburg anvertraut.
  • Am 23. März befindet sich der Tross in Mailand und Konrad wird dort von Erzbischof Aribert mit der Eisernen Krone zum König von Italien gekrönt. Von Mailand zieht Konrad nach Vercelli, wo er am 10. April das Osterfest mit seinem Getreuen Leo von Vercelli feiert. Im Juni verweilt Konrad mit seinem Heer in Ravenna, wo es zu einem Kampf zwischen den einquartierten Fremden und den Ravennaten kommt. Konrad zieht sich nach Norden zurück, um die Gefährdung seines Heeres durch die Sommerhitze zu mindern. Zum Herbstbeginn verlässt Konrad sein Sommerlager und durchzieht das lombardische Tiefland von der Etsch bis an die burgundische Grenze. Weihnachten feiert er in Ivrea. Im Winter beenden die Markgrafen Oberitaliens ihre Opposition und treten mit Ausnahme Pavias auf die Seite des Königs.
  • 29. Mai: Adelheid von Anjou, Gemahlin des späteren französischen Königs Ludwig V. (* um 950), stirbt.
  • Hischam III. aus der Dynastie der Umayyaden wird nach langen Verhandlungen zwischen den Statthaltern der Grenzmarken und der Bevölkerung von Córdoba als neuer Kalif von Córdoba gewählt. Er kann jedoch nicht in die Stadt einziehen, weil sie von den Berbertruppen der Hammudiden unter dem in Málaga residierenden Yahya al-Mutali besetzt ist.
  • Mit dem Tod von Otto Wilhelm am 21. September wird sein ältester überlebender Sohn Rainald I. Graf von Burgund.

1126 – vor 900 Jahren

1226 – vor 800 Jahren

1276 – vor 750 Jahren

Das Jahr 1276 ist das bislang einzige Vierpäpstejahr der Geschichte. Nach dem Tod von Gregor X. folgen ihm Innozenz V., Hadrian V. und schließlich Johannes XXI. auf den Thron Petri.

1326 – vor 700 Jahren

1426 – vor 600 Jahren

1526 – vor 500 Jahren

Im Jahr 1526 neigt sich der Deutsche Bauernkrieg seinem Ende zu. Nur noch in Salzburg und Tirol gibt es nennenswerte Aufstände und auch diese werden bis zum Sommer niedergeschlagen.

  • 14. Januar: König Karl V. und der gefangene französische König Franz I. schließen knapp ein Jahr nach der Schlacht bei Pavia den Frieden von Madrid. Der französische König verzichtet darin auf Neapel und Mailand und sichert die Rückgabe Burgunds zu. Nach seiner Freilassung bricht er den Vertrag.
  • 21. Januar: Tod der Apollonia von Wiedebach, sächsische Adlige und Stifterin (* 1470).
  • Januar: Zwischen dem Fürststift Kempten und seinen Untertanen wird der Memminger Vertrag geschlossen, der den Bauern vom weltlich-geistlich regierten Fürststift gewisse Rechte gewährt. Der größte Vorzug für die Bauern ist dabei das Ende der willkürlichen Steuer- und Gebührenentscheide des Fürstabts.
  • 31. Januar: Tod der Elisabetta Gonzaga, Herzogin von Urbino (* 1471).
  • 27. Februar: Als Reaktion auf den Dessauer Bund mehrerer katholischer Fürsten schließen Kurfürst Johann der Beständige von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen in Gotha ein Verteidigungsbündnis, dem sich im Sommer eine Reihe weiterer Fürsten anschließen, darunter die Herzöge von Preußen, Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow sowie Braunschweig-Lüneburg und Braunschweig-Grubenhagen (Torgauer Bund).
  • 4. März: Hans Judenkönig, österreichischer Lautenspieler (* um 1450), stirbt.
  • 10. März: Der deutsche König Karl V., zugleich als Carlos I. König von Spanien, heiratet in Sevilla Isabella von Portugal, die Schwester des portugiesischen Königs Johann III. Der Hochzeit sind jahrelange Verhandlungen über kolonialpolitische Streitigkeiten und über die Höhe der Mitgift vorausgegangen. Wegen des engen Verwandtschaftsverhältnisses der beiden benötigen sie einen Dispens, den Papst Clemens VII. erteilt. Obwohl die Heirat des Kaiserpaars rein politisch motiviert ist, verlieben sich die Eheleute rasch ineinander und führen eine äußerst glückliche Ehe. Im Sommer übersiedelt das Paar nach Granada und logiert bis Jahresende in der Alhambra. Der Kaiser wird deshalb sogar von Mitgliedern des Staatsrates gerügt, seine Flitterwochen nicht zu lange auszudehnen.
  • April: Nachdem das Königreich Ungarn Tributzahlungen verweigert hat, marschiert ein osmanisches Heer von angeblich 50.000 bis 60.000 Mann unter Sultan Süleyman I. von Belgrad aus Richtung Buda.
  • 20. April: Geburt von Ulrich Fugger, deutscher Humanist († 1584).
  • 26. April: Geburt von Matthias Stoius, deutscher Mathematiker und Mediziner († 1583).
  • 9. Mai: In seinem Entwurf einer neuen Tiroler Landesordnung konzipiert der Bauernführer Michael Gaismair einen egalitären, christlich-demokratischen Knappen- und Bauernstaat. Er sammelt im Anschluss Getreue um sich und unterstützt den Bauernaufstand in Salzburg.
  • 22. Mai: Die Liga von Cognac gegen Kaiser Karl V. wird gebildet, deren Hauptbeteiligte der französische König Franz I. und Papst Clemens VII. sind. Wenig später beginnt der zweite Krieg zwischen Franz I. und Karl V. Die Truppen der Liga marschieren unter der Führung des Herzogs von Urbino Francesco Maria I. della Rovere im Herzogtum Mailand ein. Die kaiserlichen Truppen in der Lombardei befinden sich zu diesem Zeitpunkt in einer militärisch schwachen Position: sie sind zahlenmäßig nicht stark, der Sold steht seit langem aus und bei der einheimischen Bevölkerung sind sie verhasst. Georg von Frundsberg, der Sieger von Pavia, sammelt daraufhin in kaiserlichem Auftrag ein Landsknechtheer und zieht mit 20.000 Mann gegen die päpstlichen Truppen, die er am Jahresende bei Brescia schlägt.
  • 31. Mai: Cord Broyhan erfindet in Hannover das Broyhan-Bier. Dieses hellbraune, obergärige Bier wird rasch zu einem Exportschlager der Stadt, der ihr eine wirtschaftliche Blüte beschert.
  • Mai/Juni: Während er Radstadt belagert, schlägt Michael Gaismair erfolgreiche Gefechte gegen heranrückende Heere.
  • 8. Juni: Die am 19. Mai begonnene Badener Disputation in der Schweiz geht zu Ende. Die katholische Seite mit ihrem Wortführer Johannes Eck setzt sich gegenüber reformatorischen Argumenten, die Johannes Oekolampad und Berchtold Haller als Vertreter Ulrich Zwinglis vorbringen, durch. Neun Stände der Tagsatzung entscheiden sich für den alten, vier für den neuen Glauben.
  • 12. Juni: Dem Torgauer Bund treten mit dem Magdeburger Vertrag weitere norddeutsche Fürsten protestantischen Glaubens bei, was den politischen Einfluss der Vereinigung in der Zeit der Reformation stärkt.
  • 25. Juni: Der Bundstag der Drei Bünde beschließt die zweiten Ilanzer Artikel.
  • 1. Juli: Die Pinzgauer Aufständischen erleiden bei Zell am See eine Niederlage gegen die Truppen des Schwäbischen Bundes.
  • 2. Juli: Michael Gaismair und sein Bauernheer erleiden in der Schlacht bei Radstadt eine vernichtende Niederlage. Damit endet der Bauernkrieg in Tirol. Gaismair entkommt über die Alpen nach Venetien.
  • 31. Juli: Geburt von August I., Kurfürst von Sachsen († 1586).
  • 27. August: Der Reichstag zu Speyer beschließt in der Religionsfrage den Reichsständen zu erlauben, für sich also zu leben, zu regieren und zu halten, wie ein jeder solches gegen Gott, und Käyserl. Majestät hoffet und vertraut zu verantworten. Damit ist das Wormser Edikt faktisch aufgehoben; eine endgültige Entscheidung wird einem noch einzuberufenden Nationalkonzil vorbehalten.
  • Schlacht bei Mohács, zeitgen. Darst. aus der osmanischen Bilderhandschrift Hünername.

    Schlacht bei Mohács, zeitgen. Darst. aus der osmanischen Bilderhandschrift Hünername.

    29. August: Die Türken unter Süleyman dem Prächtigen siegen in der Schlacht bei Mohács über die Ungarn. Ludwig II., König von Ungarn und Böhmen, ertrinkt auf der Flucht.

  • 10. September: Die Osmanen erobern Buda. Am 25. September wird Pest in Brand gesteckt. Danach rückt das osmanische Heer über Belgrad wieder ab. Nur in den Grenzfestungen liegen noch osmanische Truppen.
  • 26. September: Geburt von Wolfgang, Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken sowie Herzog von Pfalz-Neuburg († 1569).
  • 16. Oktober: Ludwigs Onkel Johann Zápolya wird in Tokaj von einer Mehrheitsvertretung des niederen und mittleren weltlichen Adels und der hohen Geistlichkeit zum König von Ungarn gewählt. Seine Wahl wird von einer weiteren Versammlung in Stuhlweißenburg am 10. November bestätigt und er wird am folgenden Tag als Johann I. mit der Stephanskrone gekrönt.
  • 19. Oktober: Beginn der von Landgraf Philipp von Hessen einberufenen Homberger Synode; sie beschließt die Einführung einer evangelischen Landeskirchenordnung für die Landgrafschaft. Die hessischen Klöster werden säkularisiert, die Predigt nach lutherischer Lehre vorgeschrieben; erstmals werden auch Kirchenbücher angelegt.
  • 16. Dezember: Ludwigs Schwager Ferdinand I. aus dem Haus Habsburg, der am 22. Oktober von einer Ständeversammlung bereits zum König von Böhmen gewählt wurde, wird von den Ständen in Preßburg zum König von Ungarn gewählt. Zu den wenigen ungarischen Unterstützern Ferdinands zählen prominente hohe Adelige, vor allem aus Westungarn. Im folgenden Jahr kommt es zum Bürgerkrieg in Ungarn.
  • Philipp Melanchthon gründet in Nürnberg das erste Gymnasium, das später nach ihm benannte Melanchthon-Gymnasium Nürnberg.
  • Die Firma Beretta wird das erste Mal urkundlich erwähnt, als der lombardische Büchsenmacher Bartolomeo Beretta einen großen Auftrag über Arkebusenläufe für das städtische Arsenal von Venedig erhält.
  • Albrecht Dürer vollendet die beiden zusammenhängenden Gemälde Die vier Apostel, sein letztes großes malerisches Werk.
  • Albrecht Altdorfer malt in Öl auf Holz das Bild Susanna und die beiden Alten.

    Susanna und die beiden Alten.

    Susanna und die beiden Alten.

  • Der nicht fertiggestellte Triumphzug Kaiser Maximilians wird erstmals gedruckt. An der Serie aus Einzelblättern waren viele Künstler (darunter Albrecht Altdorfer, Hans Burgkmair d. Ä., Leonhard Beck, Hans Schäufelin, Albrecht Dürer, Hans Springinklee) beschäftigt, die sich im Großen und Ganzen an die Miniaturvorlagen von Jörg Kölderer zu halten hatten. Beim Tod Kaiser Maximilians 1519 wurden die Arbeiten beiseite gelegt. Die schwarzen Spruchbänder bezeugen die Unvollständigkeit des Werkes.

 

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