Fundstücke KW 20

Am 19. Mai jährte sich zum 800. Mal der Todestag Kaiser Ottos IV. Dazu gibt es einen „Stichtag“-Audiobeitrag des WDR.

Bei baubegleitenden Untersuchungen stießen Archäologen in Ahlen (NRW) auf Grundmauern mittelalterlicher Häuser. Mehr dazu in der Pressemeldung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL).

Weiterlesen

Fundstücke KW 16

Die Meldung der Woche war ohne Frage die Entdeckung eines Silberschatz‘ aus der Zeit Harald Blauzahns auf Rügen. Darüber schrieben u.a. die Süddeutsche Zeitung, Der Standard und archaeologie-online.de.

Zwei häufige Missverständnisse über mittelalterliche Brunnen thematisiert Benjamin Lammertz auf In Foro 1300.

Weiterlesen

Fundstücke KW 6

Die FAZ berichtet über eine spannende Ausstellung zu Luxusmode, Textilproduktion und Malerei im vierzehnten Jahrhundert in Florenz.

Seit Jahren das gleiche Mantra, dieses Mal von der Zeit neu aufgewärmt: Die Berufsaussichten für Geisteswissenschaftler sind nicht schlecht – nur eben nicht in den Geisteswissenschaften. Die werden munter weiter zusammengestrichen …

Das Bundesgesundheitsministerium verlinke ich hier heute auch zum ersten Mal! Aber dort gibt es einen interessanten Artikel zum Einsatz von Penicilin im Mittelalter.

Weiterlesen

Byron Ferguson: Become the Arrow

„Die Kunst des klassischen Bogenschießens“

Das Wichtigste – oder die Warnung – vorweg: Dies ist kein Lehrbuch des traditionellen, intuitiven, instinktiven, klassischen oder wie-auch-immer genannten Bogenschießens! Anfänger werden an dem Werk wahrscheinlich wenig Freude haben, erfahrene Bogenschützen hingegen erhalten viele nützliche Tipps und Anregungen, die dazu motivieren, den eigenen Schießstil und das regelmäßige Training einmal gründlich zu analysieren und zu überdenken.

Byron Ferguson: Become the Arrow. Meyer & Meyer 2017.

Byron Ferguson: Become the Arrow. Meyer & Meyer 2017.

Byron Ferguson ist einer der besten und (zumindest in den USA) bekanntesten traditionellen Bogenschützen der Gegenwart. In seiner Heimat tritt er regelmäßig in verschiedenen Fernsehsendungen wie „Stan Lee’s Superhumans“ auf. Seine wirklich beeindruckenden Fähigkeiten führt er außerdem auf diversen Messen sowie Benefiz- und anderen Veranstaltungen vor, gelegentlich auch in Europa. Auf bekannten Videoportalen im Internet finden sich zahlreiche Clips die ihn beim Zerteilen einer Spielkarte oder beim Treffen einer Aspirintablette zeigen. Weiterlesen

Fundstücke KW 16*

* Jetzt stimmt auch die Wochenzählung wieder!

Maxi Maria Platz stellt auf Archaeologik die Disziplin „Mittelalterarchäologie“ vor.

In Mössingen ist ein Alamannengrab mit einem kopflosen Pferdeskelett entdeckt worden, wie das Schwäbische Tagblatt meldet.

„Warum die Vernetzung unter Wissenschaftlern essentiell ist“ erklärt Petra Schneidhofer im Archäologieblog auf derstandard.at. Weiterlesen

Fundstücke KW 7-8

[Dank eines wirklich fiesen Virusinfekts heute die extradicke Zwei-Wochen-Ausgabe …]

Das Schweizer Fernsehen sucht für eine Art historische Doku-Soap namens „Leben wie vor 500 Jahren“ Bauern und Pilger, die einige Zeit unter Beobachtung auf einer Burg leben wollen.

Das Max Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte untersucht, mit welchen Medien die spanische Krone ihre Herrschaft in Südamerika zu festigen versuchte. Weiterlesen

Fundstücke KW 23

Anfang der Woche befasste sich Hiltibold mit der Herstellung von Mörtel im Mittelalter.

Bereits am 17. Mai erschien auf „kurz!-Geschichte“ ein Beitrag von Christina Schröder über das „Buch aller verbotenen Künste“ aus dem 15. Jahrhundert, in dem allerhand magische Praktiken beschrieben werden.

Auf „Das Mittelalter – Der Blog“ befasste sich Daniel Ossenkop zuletzt mit dem mittelalterlichen Münzwesen.

Die Stiftsbibliothek St. Gallen ist eine der schönsten Bibliotheken des Kontinents. Davon kann man sich jetzt auch auf virtuellem Weg überzeugen.

MIt dem Aufsatz „Freund und Favorit. Begrifliche Reflexionen zu zwei Bindungstypen an spätmittelalterlichen Höfen“ setzt Klaus Oschema die Reihe „Aufstieg und Fall an den europäischen Höfen des Mittelalters“ auf mittelalter.hypothses.org fort.
Außerdem fragt Jan Keupp „Wo liegt der Mehrwert des Materiellen?“ und formuliert „Gedanken zur Epistemologie desarchivalischen Originals„.

Das Projekt „Mittelalterliche Geschichte – Eine digitale Einführung“ hat auf seinem Vimeo-Kanal interessante Lehrfilme zu mittelalterliche Schriftgeschichte, Buchwesen und verwandten Themen zusammengestellt. Darunter z.B. auch dieses:

Mittelalterliche Geschichte – Schriftgeschichte des Mittelalters from Mittelalterliche-Geschichte.de on Vimeo.

 

Fundstücke KW 6

Woran kann es liegen, dass die Steinplatte im Garten wackelt? Nun, vielleicht befindet sich ein reich ausgestattetes Wikingergrab darunter – das war zumindest in Norwegen der Fall. Angelika Franz berichtet auf Spiegel Online über einen bedeutenden Zufallsfund der Wikingerzeit. (Dass die „Wikinger“ großen Wert auf Körperpflege legten, sollte sich aber doch inzwischen herumgesprochen haben, oder nicht?)

Noch ein archäologischer Zufallsfund: Unter einem Weinberg in der Steiermark kam ein ganzes eisenzeitliches Haus zum Vorschein, wie derstandard.at meldet.

Wie lebte es sich im 8. Jahrhundert im Winter? Eine living history-Gruppe wollte es herausfinden und verbrachte einige kalte Tage im „Karolingischen Freilichtlabor Lauresham“, worüber der Hessische Rundfunk berichtet.

Hiltibold widmete diese Woche einen Beitrag der Frage, ob es im Mittelalter Ärztinnen gegeben hat. Die Antwort lautet „Ja“, wenngleich die Existenz der berühmten Trotula immer wieder in Zweifel gezogen wird.

Berufsaussichten für HistorikerInnen? Ein Thema zum Weinen! Eine persönliche und bittere Analyse erschien am Samstag in der taz. Die Autorin

Stefanie Schmidt, Historikerin, war Praktikantin der taz. Seit Einführung des Mindestlohns wäre ihr dies nicht mehr möglich. Praktika dürfen nur die machen, deren Berufsausbildung noch nicht fertig ist“.

 

Der mittels „crowdfunding“ finanzierte Begleitband zur Freiburger Tagung „Das Schwert – Symbol und Waffe“ ist inzwischen im Verlag Marie Leidorf erschienen. Eine ausführliche Rezension erscheint auf diesen Seiten, sobald ich dazu komme …

Mittelalterliche Buchminiatur der Woche (via Discarding Images):

Mäusejagd. Biblia Porta, Frankreich, 13. Jahrhundert (Lausanne, Bibliothèque cantonale et universitaire de Lausanne, U 964, fol. 354r).

Mäusejagd. Biblia Porta, Frankreich, 13. Jahrhundert (Lausanne, Bibliothèque cantonale et universitaire de Lausanne, U 964, fol. 354r).

Fundstücke KW 2

Offenbar genügt es nicht mehr, „einfach nur“ Geschichte zu schreiben – sie muss heute wohl auch einen (wie sehr auch immer an den Haaren herbeigezogenen) Bezug zur Gegenwart aufweisen.
Effizientes Management von Wasser- und Getreideressourcen hat ein Team von Hydrologen und Historikern um den Umweltwissenschaftler Brian Dermody (Universität Utrecht/NL) als Ursache für Aufstieg UND Untergang des Römischen Reiches ausgemacht – und sieht darin, wenig verwunderlich, Parallelen zur Gegenwart, wie derstandard.at berichtet.
Der in Brüssel lehrende Althistoriker David Engels hingegen ist der Ansicht, dass eine Identitätskrise den Untergang der Römischen Republik verursacht habe – und sieht, wen wundert’s, darin Parallelen zur Gegenwart, genauer gesagt zur aktuellen Situation der EU. Auf SZ Online rezensiert der Berliner Kulturhistoriker Olaf B. Rader Engels Buch „Auf dem Weg ins Imperium“ und verwechselt dabei mehrfach das Ende des Römischen Reiches mit dem der Römischen Republik – zumindest hoffe ich, dass diese Konfusion nicht dem Autor selbst anzukreiden ist …

Ganz schlimm wird es immer dann, wenn Politiker historische Vergleiche ziehen oder die Vergangenheit bemühen, um ihren tagespolitischen Standpunkt zu rechtfertigen. Geradezu fahrlässig, wenn dies in einem „launigen Artikel“ (Spiegel Online) der Franktfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschieht. Da durfte der (ehemalige F.A.Z.-Redakteur und heutige) AfD-Politiker Konrad Adam über die Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 schwadronieren: „Wie die Christen schon einmal die Türken besiegten“.
Immerhin muss man dem Mutterblatt F.A.Z. zugute halten, dass sie einen wunderbar sarkastischen und historisch deutlich besser informierten Kommentar eines gewissen „Don Alphonso“ in einem ihrer Blogs ebenfalls veröffentlichte: „Wie die Christen Europas für Profit den Türken hofierten„.
Einen ebenfalls sehr lesenswerten Kommentar aus Historikersicht veröffentlichte Achim Landwehr in seinem Blog „Geschichte wird gemacht. Über die Alltäglichkeit des Historischen„.

Daniel Ossenkop M.A. bietet in seinem Blog immer wieder sehr lesenswerte, informative und anregende Betrachtungen zu verschiedenen Aspekten mittelalterlicher Geschichte. In seinem Beitrag vom 3. Januar widmet er sich „Konrad Kyesers Ideen für den Krieg – Die Darstellungen aus dem Bellifortis in Talhoffers Fechtbuch„. Darunter finden sich u.a. Schwimmbrücken, Taucheranzug, Sauna und viele spannende Kuriositäten mehr!

Mittelalterliche Sauna. Kopenhagen, Kongelige Bibliotek MS Thott.290.2°, fol. 31v. Via dasmittelalterderblog.com

Mittelalterliche Sauna. Kopenhagen, Kongelige Bibliotek MS Thott.290.2°, fol. 31v. Via dasmittelalterderblog.com

Fundstücke KW 16/17

Etwas verspätet hier die Netz-Fundstücke der vergangenen beiden Wochen.

Ein Historikerduo hat im renommierten Verlag C.H. Beck einen Band über große Seeschlachten der Weltgeschichte veröffentlicht. Bei der Lektüre fiel einem Leser (ebenfalls Historiker) auf, dass zumindest Teile des Werkes direkt aus Artikeln der Wikipedia übernommen worden waren. Er schrieb daraufhin am 22. April auf seiner Facebook Seite (inzwischen bearbeitet), das Buch sei „vollständig aus Wikipedia-Einträgen zusammenkopiert“.
Das ist eine starke Formulierung und eine heftige Anschuldigung. Befremdlich jedoch auch die Reaktion der betroffenen Autoren, die ihr Vorgehen als durchaus gängig bezeichnen und kein Fehlverhalten ihrerseits erkennen können. Nun ist es natürlich durchaus üblich, Informationen und unter Umständen auch ganze Formulierungen aus anderen Werken – sei es Forschungsliteratur, der Brockhaus oder eben auch Wikipedia – zu übernehmen. Doch das Mindeste in Sachen wissenschaftlicher Ethik wie auch juristischer Absicherung ist es eigentlich, solche Übernahmen kenntlich zu machen.
Der Fall zieht jedenfalls zunehmend weite Kreise, die weitere Entwicklung und ein mögliches Gerichtsverfahren dürften spannend und vielleicht sogar relevant für ähnliche Fälle werden.

 

Mit Kommentaren und Kritik zu den Vorgängen auf der Karolingischen Klosterstadt „Campus Galli“ habe ich mich bislang zurückgehalten – nicht zuletzt, weil Andere schon genug darüber geschrieben haben. Auffallend und ärgerlich sind jedoch die anhaltende Geheimnistuerei und der offensichtliche vollkommene Unwille des Betreibers Herrn Geurten und seines Kompagnons, des Messkircher Bürgermeisters Arne Zwick, sich mit seriöser Kritik und den Vorwürfen der Steuerverschwendung auch nur auseinanderzusetzen. Hier (mal wieder) ein Beitrag von Hiltibold:

Armbanduhr mit Taschenrechner? Mobiltelefon mit Zusatzfunktionen? Alte Hüte! Bereits im 17. Jahrhundert beschäftigte man sich mit der Idee von wearable technology:

http://fashionablygeek.com/jewelry/the-nerdiest-ring-of-the-17th-century/#!ECGYE