Patrick Leiske: „Höfisches Spiel und tödlicher Ernst“

Leiske:

Leiske: „Höfisches Spiel und tödlicher Ernst“, Thorbecke 2018.

„Das Bloßfechten mit dem langen Schwert in den deutschsprachigen Fechtbüchern des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit“

Ungefähr seit der letzen Jahrtausendwende wird den Kampfkünsten der Vergangenheit wachsendes Interesse zuteil. Zu einem großen Teil handelt es sich bei dieser Wiederentdeckung um ein praktisches Interesse, d.h. um Versuche, historische europäische Kampfkünste (historical European martial arts; HEMA) zu rekonstruieren und als „lebendige Tradition“ zu (re-)etablieren; ganz konkret: um sich darin zu üben und zu messen.
Das Ergebnis sind u.a. zahlreiche Editionen historischer Lehrbücher und anderer Abhandlungen zu einzelnen Waffen und -gattungen oder zu waffenlosen Systemen, aber auch theoretische Ansätze zu Fragen der Interpretation, der historischen Trainingsgrundlagen, der Anwendung und Anwendbarkeit einzelner Techniken oder Stile/Traditionen etc.

Die Geschichtswissenschaft hat sich dem Themenkomplex „historische Kampfkunst“ und den Fragen seiner Überlieferung, Verschriftlichung, zeitgenössischen Bedeutung, Vermittlung und philosophischen Fundamentierung zunächst nur zögerlich und vereinzelt zugewandt. Seit einigen Jahren jedoch ist eine verstärkte Hinwendung zu beobachten, die sich u.a. in entsprechenden Vortrags- bzw. Tagungsthemen und Konferenzen, einer häufiger auftretenden Zusammenarbeit mit renommierten Praktikern – neben Kampfkünstlern z.B. auch Schmieden –, Ausstellungen und nicht zuletzt den entsprechenden Publikationen äußert. Verwiesen sei hier nur auf den Tagungsband „Das Schwert – Symbol und Waffe„, das Heft „Zweikämpfer“ der Zeitschrift „Das Mittelalter“, den leider vergriffenen Ausstellungskatalog „The Sword – Form and Thought“, den Sammelband „Kunst des Fechtens“ oder jüngst den Begleitband zur Ausstellung „Kunst dye dich zyret„.

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Fundstücke KW 2

In Ingelheim eröffnen zahlreiche Grabfunde interessante Einblicke in die Zeit der Merowinger. Die Grabungen sollen 2018 fortgesetzt werden, meldet die Allgemeine Zeitung.

Mehrere spannende Meldungen liefert archaeologie-online.de:

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Fundstücke KW 37

Der Volksfreund berichtet über die archäologischen Untersuchungen frühmittelalterlicher Gräber im Kreis Mayen-Koblenz.

Die Wikingerkriegerin aus Birka hat es nun auch zu SZ Online, derstandard.at und in Die Welt geschafft.

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Fundstücke KW 35

Diese Woche widmet sich auch die Süddeutsche Zeitung der arabischen Belagerung Konstantinopels vor 1300 Jahren.

SRF Kontext hat einen Audiobeitrag zum Thema „Historische Kunstwerke als Quellen der Geschichtsforschung“.

Der Standard meldet, dass London der gewalttätigste Ort im mittelalterlichen England gewesen sein dürfte – das hat die Auswertung von sechs Friedhöfen ergeben.

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Fundstücke KW 30

Die Wetterauer Zeitung porträtiert den Archäologen Sascha Piffko, der Hessens größte Grabungsfirma gründete und entgegen dem Branchentrand mit Fest- statt mit Werkverträgen Erfolge und Gewinne erzielt.

Am Neudegger Hausberg suchen Archäologen nach einem untergegangenen Adelssitz. Die ersten Funde – u.a ein steingefasster Ofen, ein Lanzenschuh und Keramik – sind viel verprechend, meldet meinbezirk.at.

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Fundstücke KW 26

Aus dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe sind wertvolle Artefakte verschwunden, meldet die Stuttgarter Zeitung.

Eine erfolgreiche Woche für die Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL): Wie Archäologie Online berichtet wurde bei Dorsten im Kreis Recklinghausen ein hölzerner Brunnen aus dem Mittelalter freigelegt. Und bei Grabungen auf der Holsterburg bei Warburg (Kreis Höxter) kam ein geschnitzter Elfenbeinkamm aus dem 12. Jahrhundert zutage.

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Fundstücke KW 21

Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll: In Nürnberg fordert ein Aktionsbündnis den Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer als „Symbol der Engstirnigkeit“– so ist es auf der Website des Bayrischen Rundfunks zu lesen. (Dank an Frau Lipk für den Hinweis!)

Aufschlussreiche Funde bei neuerlichen Grabungen in der mittelalterlichen Wüstung Dorpede bei Marsberg meldet archäologie-online.de.

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Fundstücke KW 9

„Zwei Jahre wissenschaftliche Arbeit auf Hartz-IV-Niveau, ohne Krankenversicherung oder Beiträge in der Rentenkasse.“

Ein solch eigentlich skandalöses Stellenangebot wie das der Landesarchäologie Hessen ist leider für unzählige Kultur-, Geistes- oder Gesellschaftswissenschaftler in Deutschland traurige Realität. Und von einer Befristung auf zwei Jahre können viele wissenschaftliche Hilfskräfte und manche Akademiker des Mittelbaus sogar nur träumen … Der Spiegel schreibt über die alltägliche Ausbeutung von Doktoranden. Die DGUF kritisiert die Stellenausschreibung der Landesarchäologie Hessen.
(Siehe auch die Beiträge in den Fundstücken KW 7-8.)

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Fundstücke KW 7-8

[Dank eines wirklich fiesen Virusinfekts heute die extradicke Zwei-Wochen-Ausgabe …]

Das Schweizer Fernsehen sucht für eine Art historische Doku-Soap namens „Leben wie vor 500 Jahren“ Bauern und Pilger, die einige Zeit unter Beobachtung auf einer Burg leben wollen.

Das Max Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte untersucht, mit welchen Medien die spanische Krone ihre Herrschaft in Südamerika zu festigen versuchte. Weiterlesen

Fundstücke KW 47

Der Spiegel ist offenbar der Ansicht, die wesentliche Qualifikation für Archäologen bestünde darin, Objekte der unterschiedlichsten Zeitstellungen in gereinigtem, ausstellungstauglichem Zustand identifizieren zu können. Dieses Quiz könnte daher in Zukunft langwierige Bewerbungsgespräche ersetzen … Weiterlesen