„Das große Buch vom Schwert“

Thomas Laible: Das große Buch vom Schwert, Wieland Verlag 2019.

Thomas Laible: Das große Buch vom Schwert, Wieland Verlag 2019.

Mit „Das Schwert – Mythos und Wirklichkeit“ veröffentliche Thomas Laible 2006 ein Werk, das für viele seiner zahlreichen Leserinnen und Leser den ersten Kontakt mit der Welt historischer Blankwaffen dargestellt haben dürfte. Auf fundierte, aber verständliche Weise erläuterte der Autor darin die historische Entwicklung, Herstellung, Rekonstruktion und Verwendung mittelalterlicher Schwerttypen, die Unterschiede zwischen Deko-, Schaukampf-, Fecht- und Filmschwertern und vieles mehr.
Das Buch ist seit einiger Zeit vergriffen, und mit Spannung wurde der bereits seit Längerem angekündigte Nachfolger erwartet. Nun ist „Das große Buch vom Schwert“ erschienen und richtet sich vornehmlich an die gleiche Zielgruppe: Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ein Interesse an historischen Schwertern haben und auf der Suche nach fundierten Informationen ohne zu viel wissenschaftlichen „Ballast“ sind. Nach Angaben des Autors beruht sein neues Werk zu einem großen Teil auf Fragen, Kommentaren und Wünschen, die von Leserinnen und Lesern von „Mythos und Wirklichkeit“ an ihn herangetragen wurden. Im Gegensatz zu diesem ist es stärker praxisorientiert, auch wenn viele Teile des Vorgängers in überarbeiteter (und gekürzter) Form übernommen wurden.

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Seminar „Hieb – Stich – Schnitt“

Der Verein Burglandschaft e.V. veranstaltet, in Kooperation mit Historisches Fechten Würzburg e. V., ein Seminar zum Thema Historische Europäische Kampfkünste am Wochenende von Freitag, 22.11.2019, bis Sonntag, 24.11.2019.
In verschiedenen Workshops beschäftigen sich die Teilnehmer im Umgang mit dem Langen und dem einhändigen Schwert, Stangenwaffen, Dolchkampf und Ringen. Das Seminar findet auf Burg Rothenfels in Rothenfels statt, sowohl das gesamte Seminarwochenende als auch einzelne Workshops können auch unabhängig voneinander besucht werden.

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„Die Armbrust. Schrecken und Schönheit“

"Die Armbrust. Schrecken und Schönheit", hg. von Sven Lüken und Jens Sensfelder. München 2019.

„Die Armbrust. Schrecken und Schönheit“, hg. von Sven Lüken und Jens Sensfelder. München 2019.

Bis zum 8. März 2020 zeigt das Deutsche Historische Museum in Berlin die Ausstellung „Die Armbrust – Schrecken und Schönheit“. Bei dem nun erschienenen gleichnamigen Katalog handelt es sich jedoch nicht (nur) um einen Begleitband, sondern um eine Bestandsaufnahme aller im Besitz des Museums befindlichen Armbruste, Spannhilfen, Bolzen, Köcher und sonstigen verwandten Objekte.
Von den 330 Seiten entfallen rund die Hälfte auf den Katalogteil, die andere Hälfte umfasst thematisch sehr unterschiedliche Aufsätze namhafter Autoren. Dabei geht es zunächst einmal gar nicht unmittelbar um die Armbrust, sondern um die spannende Frage: Wie geht man als Museum mit Waffen und anderen Zeugnissen von Krieg und Gewalt um? Ist es z.B. überhaupt legitim, einem zum Töten geschaffenen Gegenstand einen ästhetischen Wert zuzuschreiben, wie es der Titel von Ausstellung und Katalog ja andeutet?

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Konzert und kostenloses Seminar mit „Triskilian“

Am 4. Oktober 2019 um 19:30 Uhr veranstaltet der gemeinnützige Verein „Burglandschaft e.V.“ ein Konzert „Do durch der werlde“ mit der Band „Triskilian“ zur Musik des Mittelalters und der Renaissance in der Zehntscheune Kleinwallstadt.
Die Karten kosten € 13,- im Vorverkauf, € 15.- an der Abendkasse. Der Vorverkauf erfolgt im BIB Eschau, beim Main-Echo in Obernburg, im Rathaus Kleinwallstadt, bei Schreibwaren Mücke Kleinwallstadt und bei Getränkemarkt Ostheimer Kleinwallstadt.

Am darauffolgenden Wochenende 5.-6. Oktober findet darüber hinaus ein Seminar zu mittelalterlichen Musik mit den Mitgliedern des Ensembles statt.
Es stehen drei verschiedene Schwerpunkte zur Auswahl:

  • „Gesang“ mit Jule Bauer
  • „Instrumentenensemble“ mit Dirk Kilian
  • „Percussion (Rahmentrommel)“ mit Christine Hübner

Das Seminar ist KOSTENLOS! Eine vorherige Anmeldung ist allerdings erforderlich, das Formular dazu kann hier heruntergeladen werden.

Programm zum Seminar mit "Triskilian"

Programm zum Seminar mit „Triskilian“

„Schilde des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit“

„Schilde des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit“, hg. von R. Beuing und W. Augustyn. Passau: Klinger Verlag 2019.

Es sind goldene Zeiten für die Erforschung historischer Waffen und Kampfkünste: Interdisziplinäre Forschungen, Tagungen, Ausstellungen und Publikationen haben in den vergangenen Jahren das Wissen in – und auch das Interesse an – den einstigen Nischenthemen erheblich erweitert. Und das nicht nur innerhalb der betroffenen Fachdisziplinen, also unter Historikern, Archäologen, Kulturwissenschaftlern, Restauratoren, Kuratoren und anderen Wissenschaftlern (jederlei Geschlechts), sondern auch unter Praktikern (Kampfsportler, Reenactors, Living History-Darstellern u.ä.) sowie einer immer breiter werdenden Öffentlichkeit, ganz im Sinne einer Citizen Science.
Im Mittelpunkt der Betrachtung stand und steht dabei bevorzugt das Schwert, die „ritterliche Waffe“, zuletzt Gegenstand großartiger Ausstellungen und Tagungen sowie begleitender Publikationen, z.B. im Deutschen Klingenmuseum Solingen („Das Schwert – Gestalt und Gedanke„) oder im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart („Faszination Schwert„). Andere spannende Forschungsobjekte aus dem Themenkomplex „Waffen – Rüstungen – Kampfkünste“ fristen dagegen noch immer ein gewisses Schattendasein.
Dazu zählt nicht zuletzt der Schild, der – über Jahrtausende und in unzähligen Kulturen in unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen im Gebrauch – neben seiner Schutzfunktion ein vielfältiges Spektrum an Aufgaben als Repräsentationsobjekt und Statussymbol, als Prunk-, Toten-, Wappen-, Turnier- oder Paradeschild, erfüllt. Konstruktion, Gestaltung, Verwendung, Erhaltung und kulturelle Bedeutung dieser lange vernachlässigten Schutzwaffe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit standen im Zentrum einer im März 2016 im Bayerischen Nationalmuseum durchgeführten Tagung, zu der nun ein umfangreicher Begleitband erschienen ist.

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„Die Armbrust – Schrecken und Schönheit“: Ausstellung im DHM

Trotz aller Nachkriegsverluste gehört die Armbrustsammlung des Deutschen Historischen Museums in Berlin noch immer zu den bedeutendsten der Welt. Dass diese Objekte weitaus mehr als historische Kriegswaffen sind, zeigt ab dem 20. September 2019 die Wechselausstellung „Die Armbrust – Schrecken und Schönheit“.

Jagdarmbrust mit farbig gefassten Beinintarsien 1567 © Deutsches HistoJagdarmbrust mit farbig gefassten Beinintarsien (1567) © Deutsches Historisches Museumrisches Museum

Jagdarmbrust mit farbig gefassten Beinintarsien (1567)
© Deutsches Historisches Museum

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Walter: Joachim Meyer 1570 – Arbeitsbuch Langschwert

Frank Walter: Joachim Meyer 1570 – Arbeitsbuch Langschwert. Selbstverlag, Würzburg 2019

Frank Walter: Joachim Meyer 1570 – Arbeitsbuch Langschwert. Selbstverlag, Würzburg 2019

Joachim Meyer (ca. 1537-1571) zählt zu den bekanntesten deutschen Fechtmeistern und Autoren von Fechtbüchern, obwohl seine Arbeiten bereits in eine Zeit fielen, in der die meisten von ihm beschriebenen Waffen in Alltag und Ernstkampf schon keine große Rolle mehr spielten. Mit großem Fleiß ging er dennoch daran, den Umgang mit Langschwert, Dolch, Rapier, Dussack etc. zu beschreiben und seine Werke zu veröffentlichen, ehe er mit nur 34 Jahren überraschend, vermutlich an Unterkühlung oder Lungenentzündung, verstarb.
Waren seine früheren Handschriften noch für adelige Gönner und Auftraggeber entstanden, so stellte Meyers 1570 im Druck veröffentlichte „Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens“ einen ambitionierten Versuch dar, den Umgang mit verschiedenen Wehren einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

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Freydal. Das Turnierbuch Kaiser Maximilians I.

Freydal. Das Turnierbuch Kaiser Maximilians I., hg. von Stefan Krause, Köln: Taschen 2019.

Freydal. Das Turnierbuch Kaiser Maximilians I., hg. von Stefan Krause, Köln: Taschen 2019.

Kaiser Maximilian I. aus dem Hause Habsburg (1459-1519) war einer der bedeutendsten Herrscher Europas an der Schwelle zwischen Mittelalter und Neuzeit. Durch seine geschickte Heiratsdiplomatie und die Aushandlung von Erbschaftsverträgen kamen (das heutige) Belgien, die Niederlande, Spanien, Böhmen und Ungarn unter die Herrschaft seiner Familie, letzteres bis 1918. Auf dem Reichstag zu Worms setzte er 1495 eine Reform des Heiligen Römischen Reiches in Gang, die weitreichende und langanhaltende Auswirkungen auf Verwaltung, Justiz, Militär und viele andere Bereiche zeitigen sollte. In die letzten Jahre seines Lebens fiel der Beginn der Reformation in Deutschland, doch seine persönliche Tragödie erlebte Maximilian schon 1482 mit dem tragischen Tod seiner geliebten Ehefrau Maria von Burgund bei einem Reitunfall.
In vieler Hinsicht modern und aufgeschlossen, lautete sein (wohl selbst gewählter) Beiname jedoch „der letzte Ritter“. Bei allem Pragmatismus in Tages- und Reichspolitik war Maximilian doch im Innersten seines Herzens ein Romantiker. Als Humanist, Förderer von Wissenschaft und Kunst, Reformer und prunkvoller Renaissancefürst fand er Bewunderung und Verehrung (bis heute), aber als Ritter, als Bewahrer und Erneuerer von Traditionen, als letzter mittelalterlicher Held wollte er der Nachwelt in Erinnerung bleiben.

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Vortrag: „Wiltu guot fewr pfeil machen“

Herstellung, Einsatz und Wirkung von Brandpfeilen in der Geschichte

„Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der täglich zürnt. Wenn man nicht umkehrt, so wetzt er sein Schwert, hält seinen Bogen gespannt und zielt und richtet auf jenen tödliche Geschosse; seine Pfeile steckt er in Brand!“ (Psalm 7, 12-14)

Brandpfeil in der sog. "Löffelholz-Handschrift", 1505. (Krakau, Biblioteka Jagiellońska Ms. Berol. Germ. Qu. 132.)

Brandpfeil in der sog. „Löffelholz-Handschrift“, 1505. (Krakau, Biblioteka Jagiellońska Ms. Berol. Germ. Qu. 132.)

Brennende Geschosse waren seit der Antike bei verschiedenen Kulturen im Einsatz. Schon lange vor der Erfindung des Schießpulvers konnten sie verheerende Schäden anrichten, ganze Häuser, Dörfer und Städte in Flammen aufgehen lassen. Brandpfeile und -bolzen, mit Bogen oder Armbrust verschossen, waren daher über Jahrhunderte zu Recht gefürchtete Waffen.

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Fundstücke KW 49

Der Standard berichtet über den Fund eines Goldschatzes in Israel, der aus der Zeit der Kreuzzüge stammen dürfte.

„Der Zänker“ ist einer der weniger schmeichelhaften Beinamen mittelalterlicher Herrscher. Über den nicht zu Unrecht so bezeichneten Liudolfinger Herzog Heinrich schreibt Curiositas.

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