Fundstücke KW 39

Bei dieser Meldung auf archaeologie-online.de hatte ich mich zunächst verlesen: Die Entdeckung einer frühmittelalterlichen Küche auf der Kuckenburg (bei Querfurt) wäre natürlich auch wirklich eine aufregende Sensation gewesen! Die Entdeckung einer frühmittelalterlichen Kirche ist aber auch nicht zu verachten …

Bei der Untersuchung frühmittelalterlicher Skelette aus Südtirol konnten Forscher u.a. Spuren von Skorbut nachweisen, meldet Der Standard.

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Fundstücke KW 38

Frauen und Schwerter – das ist offenbar nicht nur dann Thema, wenn mal wieder irgendwo (mutmaßlich) weibliche Skelette mit entsprechender Bewaffnung als Grabbeigabe gefunden werden, sondern auch, wenn man eine Ausstellung zur „Faszination Schwert“ (#lmwschwert) im Landesmuseum in Stuttgart organisiert. Nachzulesen im Blog des Landesmuseums.

Nicht ganz frisch, aber diese Woche erst entdeckt: Ein Beitrag zur Verwendung von Hefe und Sauerteig im Mittelalter im Blog „Friedrich und Hildegard“. Leider geht es dabei ein wenig durcheinander und die Autorin unterscheidet z.B. nicht zwischen der Praxis in Klosterbackstuben, bei professionelen Stadtbäckern und auf dem Land – weswegen sie m.M. nach auch das einleitende Zitat von Schubert falsch versteht –, aber der Text ist dennoch ein wertvoller Beitrag zu einem bislang vernachlässigten Thema.

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Grabungsfest Kugelburg

Archäologische Funde und lebendige Geschichtsdarstellung auf der Kugelburg.

Archäologische Funde und lebendige Geschichtsdarstellung auf der Kugelburg.

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 9. September lud das Archäologische Spessartprojekt zusammen mit dem Geschichts- und Heimatverein Goldbach e.V. und der Gemeinde Markt Goldbach zum Grabungsfest an der Ausgrabungsstätte auf dem Kugelberg.
Die verantwortlichen Archäologen sollten Führungen abhalten, Fundstücke präsentiert werden, und die Gruppe Milites Teutonici verschiedene Aspekte des Lebens im Hochmittelalter darstellen. Für das leibliche Wohl wurden mitten im Wald Bierzeltgarnituren aufgestellt, um belegte Brötchen, Kaffee, Bier u.ä. anzubieten. Das Burgen- und Schlössernetzwerk Burglandschaft e.V. war als Kooperationspartner mit einem Infostand und dem Modell eines mittelalterlichen Belagerungsgeräts vertreten.
Der Ort des Geschehens war nur durch einen etwa 500 m langen, steilen Anstieg auf einem Waldweg zu erreichen. Man rechnete mit 400 Besuchern, doch diese Zahl dürfte bereits um die Mittagszeit übertroffen worden sein!

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Fundstücke KW 37

Wer waren die Langobarden? Genuntersuchungen an menschlichen Überresten in Gräberfeldern in Ungarn und Italien sollen helfen, diese Frage zu beantworten, meldet Der Standard.
Bei Archäologie Online liest sich die Meldung ein wenig anders.

Mit Hilfe von „Datamining“ untersuchen Forscher aus England und den USA die Rezepte eines medizinischen Handbuchs aus dem Spätmittelalter. Die Technology Review fasst zusammen. (Mit Dank an T. Kaluza.)

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Ralf Grabuschnig: Endstation Brexit

Ralf Grabuschnig: Endstation Brexit, Tectum Verlag 2018.

Ralf Grabuschnig: Endstation Brexit, Tectum Verlag 2018.

Die Briten und Europa – das ist die Geschichte einer langen, komplexen und wechselvollen Beziehung. Seit vor rund 7.000 Jahren – erdgeschichtlich betrachtet also vor gar nicht allzu langer Zeit – die letzte Landverbindung zwischen dem Kontinent und den britischen Inseln buchstäblich unterging, der Ärmelkanal zur nassen Grenze und zugleich zur wichtigsten Verkehrsverbindung zwischen den beiden Landmassen wurde, seither pendelt auch das Verhältnis der Inselbewohner zu ihren festländischen Nachbarn zwischen Abschottung und Annäherung. Der sogenannte „Brexit“ stellt da nur die jüngste Manifestation der Ablehnung dar.

Seine Vorgeschichte zu erzählen hat sich Ralf Grabuschnig in dem vorliegenden Buch zur Aufgabe gemacht, nicht in der Absicht, ein gelehrtes Werk über britische Geschichte, Massenpsychologie, die Mängel der Europäischen Union oder das Wiedererstarken der Nationalstaaterei zu verfassen, sondern um den traurigen Ereignis mit einer gehörigen Portion Galgenhumor zu begegnen.

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Fundstücke KW 36

Allenthalben entstehen in Europa seit einigen Jahren mittelalterliche Burgen, Keltendörfer, Bajuwarenhöfe und karolingische Klosterstädte. Die Zeit geht in einem Beitrag der Frage nach, wie viel Wissenschaft tatsächlich in solchen Rekonstruktionsversuchen steckt.

Der Begriff „Mittelalter“ ist (wieder einmal) in Verruf geraten. Nachdem unlängst Thomas Bauer in der FAZ für seine Abschaffung plädierte, schlägt nun Michael Borgolte im selben Medium eine (recht unhandliche) Alternative vor.

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Fundstücke KW 35

Medizin und Ernährung im Mittelalter waren diese Woche Thema im Blog historische Kulinarik des Standard.

Im Blog des Baden-Württembergischen Landesmuseums geht es um Dreharbeiten für die neue Sonderausstellung „Faszination Schwert“ (ab 13. Oktober).

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Fundstücke KW 34

Vor einem Jahr haben zwei Sondengänger bei Ellwangen 10 .000 mittelalterliche Silbermünzen gefunden. Nun geht in der Stadt das Gerücht um, die Münzen aus dem 13. bis 14. Jahrhundert seien in der Umgebung der Eichkapelle entdeckt worden, schreiben die Stuttgarter Nachrichten.

„Durch die neue Technik haben wir einen Menschen ausgemacht, der um 1200 in Bristol und in Lübeck auf Toilette war.“

Die Lübecker Nachrichten berichten über ein Forschungsprojekt zur Erforschung von 40 mittelalterlichen Latrinen. Mithilfe von DNA-Tests erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über den Alltag der Lübecker vor 800 Jahren.

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Fundstücke KW 33

Ein Schreibgriffel aus Holz des 14.-15. Jahrhunderts ist der Fund des Monats im Blog des Archäologischen Museums Hamburg.

In Rostock arbeiten Archäologen am Erhalt von hölzernen Konstruktionen aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Dabei handelt es sich um Teile eines frühslawischen Seehandelsplatzes, wie die SVZ meldet.

Ein Altar aus dem 15. Jahrhundert soll für Völkerverständigung und friedliche Beziehungen zu den Muslimen werben – persönlich finde ich die im Südkurier vorgestellte Studie nicht besonders überzeugend.

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Fundstücke KW 32

Am 7. August 626 scheitern Awaren und Perser mit der Eroberung Konstantinopels. Die Welt erinnert daran.

Offenbar hatten die Wikinger über Jahrhunderte ein Handelsmonopol auf Walrosselfenbein. Und möglicherweise hat ihr Verschwinden aus Grönland etwas mit dem Ende des lukrativen Geschäfts zu tun – so zumindest fasst scinexx.de die Ergebnisse einer britischen Studie zusammen. (Mit herzlichem Dank an Herrn Jablonski!)

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